orose war bereits zur Zeit der Römer unter dem Namen„, Portusrosae" als Villen- und Badeort bekannt gewesen. Ausschlaggebendfür eine Wiederentdeckung als Kurort war hier die geschützte Lagein einer gegen kalte Winde abgeschirmten Bucht sowie die Gewin-nung von stark brom- und schwefelhältiger Mutterlauge aus denSalinen von Sicciole und Santa Lucia( Pozdena- Tomberger 1992,S. 111). Auch auf der dem Kriegshafen Pola vorgelagerten InselBrioni[ Briguni] entwickelte sich blühender Kurtourismus- auf Priva-tinitiative und nach erheblichen Schwierigkeiten. 1893 erwarb derGeneraldirektor der Witkowitzer Eisenwerke, Paul Kupelwieser- derSohn des berühmten Biedermeiermalers Leopold Kupelwieser- dieInsel um 75.000 Kronen, um dort sein weiteres Leben zu verbringen.Allerdings war der kleine Hafen völlig versumpft, die wenigen Gebäu-de zerfallen und unbewohnbar und außerdem die ganze Insel mala-riaverseucht. Folglich ließ Kupelwieser die Insel radikal„, entrümpeln"und aufforsten, er ließ einen bescheidenen Gasthof mit 14 Zimmernerrichten, Obst- und Weinkulturen anlegen, ein Straßennetz von fast50 Kilometern ausbauen und den Hafen ausbaggern.„ Den natürli-chen Gegebenheiten entsprechend, wurde die Insel in zwei Sektoreneingeteilt: An der Westseite, von der kalten Bora weitgehend ge-schützt, sollte das Erholungszentrum mit immergrünen Parkanlagenund Gärten entstehen, während auf der dem Festland zugekehrtenOstseite die Gutsverwaltung mit den Wirtschaftsgebäuden ihren Sitzhaben sollte."( Niel 1981, S. 90) Dem von Kupelwieser angeschrie-benen und um Unterstützung gebetenen Bakteriologen Robert Kochgelang es schließlich mit Hilfe von strengen Chininkuren, die Inselmalariefrei zu bekommen. Damit war die Grundlage für den profes-sionellen Ausbau des Fremdenverkehrs ab 1903 geschaffen: GroßeHotelbauten der Luxuskategorie und der feinbürgerlichen Mittelklas-se für das immer zahlreicher anreisende vornehme Publikum wiebeispielsweise Erzherzogin Maria Josepha, die Schwägerin desThronfolgers und Mutter Kaiser Karls, entstanden. Mehrere Privatvil-len wurden von Kupelwieser an Familien aus Wien und Budapestvermietet, die sich im Seebad mit 180 Kabinen, Sonnenterassen undSpielplätzen erholen konnten. Den großen Süßwasserbedarf derjährlich rund 2500 Übernachtungsgäste ließ Kupelwieser über Trans-portschiffe und eine eigene Rohrleitung aus einem Höhlensystem inder Nähe von Gallesano nördlich von Pola decken. Ein BekannterKupelwiesers, der Hamburger Tierzüchter und Zirkusdirektor CarlHagenbeck siedelte 1911 auf einem ausgedehnten Wiesengrund-stück exotische Vögel wie afrikanische Strauße, Flamingos undWildgänse an und setzte alle verfügbaren kleinen Antilopenarten aufder Insel aus. Pläne zur Errichtung eines Wildtierparks auf Brioni[ Briguni] wurden durch den Tod Hagenbecks und den Kriegsaus-
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