von Wien durch Ungarn und die südliche Steiermark nach Triesteine Strecke von 1.500 Kilometer Länge quer durch die Donaumon-archie". 1836 begann der vom Bankier Salomon Rothschild finanzier-te Bau der„ Kaiser- Ferdinands- Nordbahn" von Wien nach Bochnia( Dienes 1987, S. 23). Wenige Jahre später folgte das TeilstückWien- Gloggnitz, und nach zähen Verhandlungen über die Strecken-führung wurde die Südbahn mit staatlichen Mitteln über den Semme-ring nach Mürzzuschlag, weiter nach Graz, Cilli[ Celje] und Laibach[ Ljubljana] und schließlich nach Triest gebaut. Am 27. Juli 1857 fuhrder Eröffnungszug mit Kaiser und Kaiserin in Triest ein( Dienes 1987,S. 26-28). Noch am nächsten Tag begann der Personenverkehr: vonWien nach Triest benötigte man 22 3/4 Stunden, in umgekehrterRichtung 23 1/2 Stunden. Der Güterverkehr startete drei Monate da-nach mit großem Erfolg, was einen steten Ausbau der TriestinerHafen- und Bahnanlagen zur Folge hatte( Bratè 1987, S. 63f). Damitwar die Adria wesentlich„ näher" an die Reichshauptstadt Wien,, herangerückt". 1873 erlangte auch Fiume die Anbindung an dieSüdbahn( Jordan 1986, S. 136), und im selben Jahr begann man,sich Gedanken darüber zu machen, Pola ebenfalls mit dem Strecken-netz der Südbahn zu verbinden schließlich sollte der Kriegshafenim Falle einer Seeblockade auch über den Landweg gut erreichbarsein. Innerhalb von nur drei Jahren wurde die 123 Kilometer langeStrecke vom Abzweigungspunkt Divaèa nach Pola- samt einer 20Kilometer langen Flügelbahn von Canfanaro[ Kanfanar] zur Hafen-stadt Rovigno[ Rovinj]- fertiggestellt und am 20. September 1876dem allgemeinen Verkehr übergeben. Die Fahrzeit der Istrianer- Bahnbetrug fünf Stunden und 25 Minuten( Waitzbauer 1989, S. 9f).Aufgrund der eben beschriebenen Verkehrssituation wird wohl ver-ständlich, dass sich das Interesse der frühen Reisenden hauptsäch-lich auf die leicht erreichbaren Küstenstädte konzentrierte: Vor allemAdelige, zumindest Wohlsituierte unternahmen Schiffsreisen, beidenen sie höchstens die kleine Städte an der Küste und in diesenvor allem die römischen„ Relikte"- besuchten; von einem weiterenVordringen ins Landesinnere konnte keine Rede sein. Aus der Ent-fernung gerieten manche ins Schwärmen:„ Während wir auf demruhigen Meere schnell dahingetragen wurden, beobachtete der Königdie Küste von Istrien und erfreute sich an dem lieblichen Gestade mitseinen Hainen und gut gebauten Hügeln, aus deren schönem Grünlachende Dörfer und Villen hervorblickten." 3( Biasoletto 1842, S. 8f)
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3,, Hier, wie bei manchen ähnlichen Schilderungen im Folgenden, möchte wohl dasan die meist kahlen Steinfelder und Felsenpartien Istriens gewöhnte Auge desVerfassers durch den Contrast sich allzusehr haben blenden lassen, um auch einziemlich ärmliches Grün besonders lieblich zu finden."( Biasoletto 1842, S. 9,Anmerkung)
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