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Galizien : ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten ; Begleitbuch zur Jahresausstellung '98 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998
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Lampen zu verwenden. Die ersten Fundorte waren Boryslaw( beiDrohobycz) und Bobrka( bei Krosno) in der Bojkivščina. Bereits 1895wurde der Wiener Nordbahnhof mit galizischem Petroleum, Naphtagenannt, beleuchtet. 32 Die Bauern der Umgebung von Drohobycz hattenschon früher das Erdöl, das sich in manchen Löchern auf ihren Wiesenvon selbst sammelte, abgeschöpft und in kleinen Holzfäßchen am Marktals Schmiermittel verkauft. Der industrielle Abbau des Rohöls erfolgtevorerst mit Kübeln oder einfachen Pumpen in gegrabenen, wenig tiefen,schlecht ventilierbaren und kostspieligen Schächten. Diese Arbeit warinfolge der Kohlenwasserstoffgase mit ständiger Lebensgefahr verbunden.,, In der Luft lag der schwere Geruch von Petroleum und Paraffin, zahlreicheBohrtürme ragten gegen den Himmel und Öllachen schillerten auf denzerstampften Wiesen. Das brachte der Gegend den Namen galizischeHölle" ein. Mittels der sogenannten kanadischen Bohrmethode konntenschließlich tiefere Schächte gegraben und diese gegen das Gruben-wasser abgedichtet werden. 33 Das Rohöl wurde in den Fabriken zuleichten Benzinölen, Leuchtpetroleum und schweren Schmierölen nebstminderwertigen Rückständen raffiniert. Der gesamte Bedarf derMonarchie an Handelspetroleum konnte durch die galizische Erdöl-gewinnung gedeckt werden. Zahlreiche kleine und große Förder-gesellschaften entstanden, die das Petroleum in alle Welt exportierten.Von den vielen Bohrgruben längs der mittel- und ostkarpatischenGebirgskette hatten die meisten nur eine relativ beschränkteLebensdauer. Einzig die Raffinerien von Drohobycz und Boryslaw bliebenvon überregionaler Bedeutung. Zusätzlich zum Erdöl baute man in derBojkivščina auch Erdwachs händisch unter lebensgefährlichenBedingungen ab. An der Erdoberfläche wurde das Wachs geschmolzen,in Stücke zu 50 Kilogramm gegossen und in chemischen Betriebenhauptsächlich zur Kerzenherstellung verwendet.34

Hausindustrie

Die bojkischen und huzulischen Bauern stellten lange Zeit ihre Textilien,Holz- und Schmuckgegenstände selber her. Diese Produkte waren vorerstnur für den eigenen Bedarf gedacht. Allmählich jedoch produzierten sie ingrößeren Mengen für einen großen Abnehmerkreis. Sie verkauften ihreProdukte auf den lokalen, aber auch weiter entfernt gelegenen Märkten.Als Produzenten fungierten nur Familienmitglieder oder Nachbarn, diesich zu gemeinsamem Spinnen, Weben oder Korbflechten trafen.35

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