Museum in Wien. 30 Wie sich an Hand der Eintragungen ergibt, erweistsich die Photothek übrigens als ein Spiegelbild der ethnographischenAusstellungen Galiziens. Neben der erwähnten Geschenkmappe anWilhelm Exner mit Fotos von der ersten Landesausstellung 1877 undden Ateliersfotos von J. Krieger aus Krakau und J. Dutkiewicz ausKolomea, die auf der Landesausstellung in Krakau zu sehen waren,besitzt das Museum vermutlich auch 106 Stück jener Fotos, die auf derLandesausstellung 1894 in Lemberg gezeigt wurden. Sie stammen näm-lich von eben jenem Wladimir Szuchiewicz, der, wie der Führer vermerkt,nicht nur die Fotos für die Ausstellung machte, sondern der insgesamtfür das Konzept der ethnographischen Ausstellung verantwortlich zeich-nete. Als Detail sei nur erwähnt, daß sich unter den Fotos auch ein Bildvon dem ,, weithin berühmten autodidaktischen Meister derHolzschnitzerei" Wasyl Szkryblak aus Jaworow im Bezirk Kossow befindet,der laut Katalog- während der Ausstellung mitsamt seiner Familie inder Huzulenhütte hauste und seine Kunstfertigkeit vor den Besucherndemonstrierte.( Abb. 9)
Die ethnographischen Ausstellungen auf den Landesausstellungen inLemberg und Krakau stärkten das Interesse an der Ethnographie. Siegaben direkt und indirekt den Anstoß zur Gründung der zentralenVolkskundemuseen in Lemberg und Wien. Mit ihrem Ausstellungs-programm lieferten sie das Muster für die weiteren Sammlungsstrategien.Mit der Ausstellung„ Galizien, Ethnographische Erkundung der Bojkenund Huzulen in den Karpaten" wird die Galizien- Sammlung des Öster-reichischen Museums für Volkskunde erstmals in ihren sammlungsge-schichtlichen Kontext gestellt und einer neuen Bewertung unterzogen.
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