Unter den hausindustriellen und gewerblichen Erzeugnissen hebt Hegerneben den eigenartigen Teppichen, die in der Umgebung von Brodyerzeugt wurden, besonders die Keramikprodukte hervor, die aus fastallen Provinzen Galiziens, namentlich aus den Bezirken Husiatyn undKolomea stammten.
Eingehend widmet sich Heger den Sachzeugnissen der Huzulen,welche für ihn den Glanzpunkt des ethnographischen Teiles derAusstellung bildeten.„ Den Huzulen muss heute unter allenVolksstämmen unserer Monarchie- vielleicht mit einziger Ausnahme derBevölkerung des Occupationsgebietes was Eigenthümlichkeit undOriginalität ihrer Gebrauchsgegenstände anbelangt, die Palme zuerkanntwerden. Wie schon vorhin angedeutet, weicht der Huzule vielfach vondem benachbarten Ruthenen ab; in seinen Gebrauchsgegenständen,der Farbzusammenstellung bei den Gewändern u.s.w. nähert er sichvielfach dem Rumänen, überragt diesen aber himmelhoch in seinerausgesprochenen Vorliebe für Verzierungen, die er an allen den vielenGeräthen des täglichen Lebens anbringt. Ganz besonders auffallend istaber seine Vorliebe für Messing. Das glitzert und flimmert überall, und esgibt kaum ein Stück, das er in die Hand nimmt, welches nicht in irgendeiner Art mit Messing verziert oder besetzt wäre." Im einzelnen erwähnter: mit Messingösen besetzte Jacken; Gürtel, die mit Messingnägeln undMessingknöpfen beschlagen und mit zahlreichen, verschiedenartigenMessingschnallen versehen sind( von letzteren würde er sich eine voll-ständige Vergleichssammlung wünschen); mit Messinggeld oder-knöpfenbesetzte Taschen und Beutel; mit Messingdraht eingelegte Pulverhörner;Kreuze und kunstvolle Ketten aus Messing; verzierte Tabakspfeifen ausMessing; Steigbügel aus Holz mit Messing beschlagen; Formen fürWachs- und Lebkuchen; Sporen, Knöpfe, Ohr- und Fingerringe ausMessing; Messer und Gabeln mit Messinggriffen; Pfeifenstecher, entwederganz aus Messing oder mit einer Spitze aus Eisen; Holzgefäße mitMessingverzierungen; Schnapsfäßchen mit Messingeinlagen. Zu denprächtigsten Stücken zählt Heger jedoch die merkwürdigen, reich ver-zierten Stöcke mit hammerartigem Aufsatz. Nach Heger gehören dieHuzulen- Arbeiten jedenfalls zu den interessantesten Erzeugnissen dereuropäischen Landbevölkerung. Es nimmt daher nicht wunder, daß manauch in Wien bemüht war, für das neue Volkskundemuseum eine reprä-sentative Huzulen- Sammlung zustande zu bringen. Das gilt ebenso fürdie Photothek. Auf der Ausstellung konnte man nämlich eine Serie vonVolkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen bewundern, die von Julius Dutkiewicz in Kolomea und von
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