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Probleme der Gegenwartsvolkskunde : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1983 in Mattersburg
(Burgenland)
Entstehung
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ziehung, vereinzelt tritt sie auch beim Geidorfbewohner zu er-erbten Möbelstücken auf, scheint in erster Linie von einer durchDauer erworbenen Gewöhnung abhängig zu sein. Wie wichtig die-ser" Faktor der Konstanz" darüber hinaus auch für das gesamteWohnverhalten, das Wohngefühl und im weiteren für die Entwick-lung einer eigenständigen Wohnkultur ist, zeigt der Vergleich mitAndritz, wo eine Wohn- und Aufenthaltsdauer von vornherein be-grenzt bzw. abschätzbar ist und damit die Identifikationsmöglich-keiten mit der sozialen Umwelt und ihren Verhaltensmodalitätenreduziert bleiben. Enkulturation ist eben in erster Linie eine Fra-ge der Aufenthaltsdauer und diese ist sowohl in Geidorf als

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auch im Lend häufig lebenslang.( 22)

Insgesamt zeigen sich im" Wohnen der armen Leute" dieses Unter-suchungsgebietes Wohnstrukturen, die zwar nicht mit den Maßstäbendes bürgerlichen geordneten Wohnens zu messen sind, die sich aberumso deutlicher in ihrer historisch relativ ungebrochenen Entwick-lung, in der Lebens- und Wohnzufriedenheit der Bewohner und derBeziehung zu ihrer Umwelt, als Indikatoren einer eigenständigenWohnkultur zu werten sind.

Schon diese erste und in der Unvollständigkeit einer Vorstudie frei-lich auch oberflächliche Einsicht in das Wohnen dreier GrazerViertel vermittelt das Bild sehr unterschiedlicher, in sich jedochhomogener Wohnweisen bzw.-kulturen. Wie sehr sie den Einzelnenan sich binden oder auch unter sich zwingen, zeigt sich vorallem bei Neuzuzügen. Ein Umzug in die UntersuchungsgebieteAndritz und Geidorf bedingt die relativ rasche Anpassung an dieregionale Wohnkultur. Zweifellos steht dieser Prozeß in einemdirekten Zusammenhang mit der sozialen Absicht und mit demMotiv, das zum Umzug geführt hat. Bedeutet eine möglichst naht-

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