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Probleme der Gegenwartsvolkskunde : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1983 in Mattersburg
(Burgenland)
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WOHNEN IM STÄDTISCHEN BEREICH

Bericht eines Projektes zu Wohnkultur und Wohnweisen

der Gegenwart in drei Grazer Wohngebieten.

Von Elisabeth Katschnig- Fasch

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Von Kulturphänomenen im Bereich des gegenwärtigen Wohnens alsGegenstand der volkskundlichen Forschung kann man dann sprechen,wenn im Wohnen einer bestimmten Gesellschaft, einer Gruppe,einer Sozietät ein Zusammenhang, eine spezifische Ausformungnachweisbar ist. Daß es sich dabei nicht um ästhetische Kate-gorien, um Dokumente der Schönheit der Wohnausstattung handelt( 1), ergibt sich aus dem wissenschaftlichen Verständnis des volks-kundlichen Forschungsansatzes. Hier handelt es sich um erfahrbareund zu erfahrende Wirklichkeit, um Prozesse, um Handlungen undVerhaltensmuster, um Interaktionen um Aspekte, die jeweils inspezifischen Symbolen dargestellt sind. Es handelt sich weiters umMotive, Einstellungen, die sich in der Ausstattung der Wohnungendokumentieren( 2). Hier ist nach der Geschichte der Gegenwartzu fragen, oder umgekehrt: nach der Gegenwart der Geschichte.Wie weit ist Wohnen, respektive Wohnkultur von Zwängen gesell-schaftlicher, sozialer, architektonischer Art abhängig; was ist Ur-sache, was ist Wirkung. Als Sektor der Gesamtkultur einer Ein-heit hat sich die Wohnkultur des Aspektes heterogener, aber auf-einander bezogener Teile zu unterwerfen, und als solche gewinnt

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