an der Bedeutung zu überwiegen scheint.
Eine allgemein verbindliche Übereinstimmung im Stellplan der Mö-bel, wie sie sowohl in den Arbeiterwohnungen von Adritz als auchim bürgerlichen Wohnen von Geidorf nachzuzeichnen ist, läßt sich imWohnen dieses Bereiches nicht erkennen. Wohl gibt es immerwie-derkehrende einzelne Möbelstücke oder-gruppen: die Ecksitzbank,die Kredenz, die Wasserbank, das" Kastl" usw. eine Übereinstim-mung, die vor allem auf die finanzielle Beschränkung und die sichdaraus ergebende geringe Auswahlmöglichkeit zurückzuführen ist.Hier hat das Möbelstück ausschließlich Gebrauchswert. Wird eineAnschaffung eine Möbels nötig meist ohnedies nur nach seinem
Totalzusammenbruch
dann geht man zum Gebrauchtmöbelhändlerund wählt im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten nach der Be-nutzbarkeit. Prestigeverpflichtung unter einem Repräsentationsdruckist dabei nicht ausschlaggebend.
Äußerlich scheint hier ein gewisses" kreatives Chaos" die Norm zusein, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, daß man auchhier nicht ohne Gewohnheiten oder gänzlich ohne Strukturen lebt.Freilich äußern sich diese verbindlichen Verhaltensweisen nichtvordergründig, sie sind differenzierter, scheinen auch flexibler undmit größerem Spielraum versehen. Vor allem bei älteren Bewoh-nern findet sich beispielsweise häufig eine ausgeprägte Andachts-ecke, im Herrgottswinkel bzw. auf dem" Küchenkastl". FixierteMuster scheinen am ehesten noch in der Rollenvorstellung vorzu-herrschen, eine übereinstimmende Vorstellung, die allerdings inder Praxis kein direktes Abbild erwarten kann hier gilt viel-mehr die Regel des Augenblicks. Die Annahme, daß geordneteWohnstrukturen auch Zufriedenheit schaffeneine Annahmeauf die sich das Konzept des gesamten sozialen Wohnbaues beruftund sich damit auch zu rechtfertigen versucht daß also die
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