Der Schluß, daß diese Statussymbole aus der Anlehnung an dieKlischeevorstellungen eines" bürgerlichen Wohnens" resultieren,liegt nahe, zumal Attribute eines Standesbewußtseins, einer eigen-ständigen Kultur- und Lebensform selten anzutreffen sind( 19),sie wurden quasi ersetzt von einer" Geschmackskultur"( 20). DieWohnung, und darüberhinaus die gesamte Wohnweise, entsprichteinem beinahe ängstlichen Bekenntnis zum spezifischen Normsy-stem. Ein Aspekt, der in der gespannten Arbeitssituation an Be-deutung gewinnt. Zwar zieht man sich, bedingt durch die Arbeits-zeitverkürzung, mehr in die Privatheit des Wohnens zurück, manunterwirft sich aber gleichzeitig in einem höheren Ausmaß einemdemonstrativen Normverhalten. Ein weiterer Aspekt gewinnt Be-deutung: Trotz der finanziellen Belastung durch die Anschaffungder Einrichtung, steht das einzelne Möbelstück, ebenso wie diegesamte Wohnung, in einem erstaunlich geringen emotionalen Ver-hältnis zum Bewohner. Man befindet sich in einer Durchgangssi-tuationen. Nicht selten wird das Wohnen als Belastung empfunden.Mehr als zwei Drittel der befragten Familien bauen sichwiegend in der ländlichen Herkunftsregion! ein Eigenheim. DieVerwirklichung von Werten wie Eigenheim, Geborgenheit, Indivi-dualität, Heimat usw. erwächst der verfremdenden Lebenssituation,dem sozialen und existentiellen Druck. Nur in diesen, nach außenprojezierten und auch realisierten Vorstellungen hat man Raumfür selbstständige Wohn- und Lebensformen.
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Das Wohnen im Untersuchungsfeld Lend, in jenen ebenerdigen bzw.zweigeschossigen Vorstadthäusern mit Vorgärten, zeigt in vielerHinsicht ein überraschendes und unerwartetes Bild. In der Begeg-nung mit den hier lebenden Menschen erhielt vieles von dem Wohn-begriff und von den Kausalitäten, die sich aus den bisherigen Ein-
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