Anders das Wohnen in der Arbeitersiedlung der MaschinenfabrikAndritz. In den 39 begangenen Wohnungen ließen sich eindeutig dieReklamestereotypen von diversen Möbelversandhäusern erkennen.Am zwingendsten scheint davon das Wohnzimmer betroffen, jenerRaum, dem sowohl in seiner vorwiegend" abendlichen" Fernseh-als auch in seiner Demonstrationsfunktion die höchste Bewertungzukommt( Abb. 2). Charakteristisch an seinem" namenlosen Stil"( 16)ist eine Art Neue Sachlichkeit. Die Grundausstattung des Wohn-zimmers besteht aus einer Schrankwand, einer Polstergarnitur, einemhalbhohen Tisch und einem dominierenden Farbfernsehgerät. Einebenso stereotypes Grundschema läßt sich auch für das Schlaf-zimmer skizzieren: in der Mitte des Raumes das eheliche Doppel-bett, flankiert von zwei Nachtkästchen, ein Wandverbau, eine Psycheein Schema, das bei 18( 17) begangenen Schlafzimmern keine Ab-weichung zeigte. In vielen Fällen muß allerdings auch auf diese Pri-vatzone zu Gunsten eines Kinderzimmers verzichtet werden, manschläft dann auf dem ausziehbaren Wohnzimmersofa. Auch das Kin-derzimmer zeigt generell wenig Raum für Kreativität und Indivi-dualität eine Tatsache, die nicht allein in der geringen räum-lichen Versorgung begründet ist, sondern die sich darüberhinausals sensibler Pegel eines Sozialisationsprozesses erweist, der Rück-schlüsse auf die Stellung des Kindes und auf die Erziehungsvorstel-lung zuläßt. Dieser Raum ist ausnahmslos Auffanglager für aus-rangierte Möbel.
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Zur geschlossenen Zone gehört nicht nur das Schlafzimmer, das selbstfür Kinder tabuisiert ist, sondern auch die Kochküche, als Arbeitsraumfür die Frau gedacht, jedoch als Aufenthaltsraum für die gesamteFamilie in seiner Beengung meist ungeeignet. Auch für diesenRaum läßt sich ein stereotypes Schema nachvollziehen( Abb. 3).Die Starrheit des Wohntypus dieses Untersuchungsgebietes dokumen-
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