der historische Raumtypus weitgehend erhalten konnte.
An zweiter Stelle rangiert das Speisezimmer. Sein Rangplatz doku-mentiert sich in der Wertigkeit der Möbel: Jugendstil bzw. Alt-deutsch. Die Möbelordnung zentriert sich zur Mitte hin( 14)- miteinem repräsentativen Mitteltisch und entsprechender Sitzgarnitur.Unterstrichen wird diese Zentrierung durch einen großen Teppich(" Täbris") und durch einen entsprechenden voluminösen Kristall-Luster. Hier wird gegessen, hier wird auch musiziert. Bei jünge-ren Bewohnern wurde gelegentlich das Speisezimmer durch eineBauernstube ersetzt ein Trend, der allerdings hier nicht in derTradition des sentimentalischen Alpinismus der 20er Jahre zu stehenscheint, sondern der Entdeckung des bäuerlichen Mobilars als Wert-anlage zu verdanken ist und damit eine neue Möglichkeit der Re-präsentation darstellt. Mit dem Wegfall der starren Konzeption er-höht sich allerdings in diesen Fällen der Wohnwert.
-
Das frontseitige Herrenzimmer komplettiert die Repräsentionsräume.Die Ausstattung dieses Raumes ist ebenso verbindlichen Regeln un-terworfen: eine Ledersitzgarnitur vor wandfüllenden Bücherregalen,ein ausladender Schreibtisch, dahinter ein massiver Armstuhl.Diese Gestaltungsprinzipien finden sich auch in kleineren Wohnungen,sie finden sich auch bei jüngeren Bewohnern, selbst neu zugezogeneunterwerfen sich diesen Regeln erstaunlich schnell.Eigendynamisch und nicht der historischen Tradition verhaftet, prä-sentiert sich das Kinderzimmer. In allen Familien mit Kindern siesind allerdings deutlich unterrepräsentiert steht dieser Raum zu-mindest an zweiter Stelle der Raumversorgung. Dementsprechendindividuell und kindergerecht ist die Ausstattung mit speziellenKindermöbeln, Spielgerät, Büchern, etc. Diese freie Gestaltungder Kinderzimmer entspricht allerdings durchaus einer Norm, näm-lich einer bildungsbewußten Geschmacksnorm.
-
-
329