Ortsfeste. So gesehen eher eine Arbeit, die zur Gemeindeforschungtendiert und mit deren Konzepten der Integration und kulturellenIdentität in Bezug gebracht werden könnte. Die andere Arbeit,eine Marburger Dissertation, behandelt den Kindergeburtstag( 20),also eine Brauchstudie, die klar in die Familien- und Kinderfor-schung reicht und auch hier ihre Bezugspunkte nimmt. Schon beiden Vorarbeiten wurde deutlich, daß es über den Geburtstagund dessen Feier unerwartet wenig Literatur gibt und dies, ob-wohl der Geburtstag eigentlich neben den großen Kalenderfestenwie Weihnachten/ Ostern etc. der häufigste Familienbrauch ist,wenn auch nicht der prächtigste, etwa verglichen mit einer Hoch-zeit. Die Autorin, Regine Falkenberg, hat nach einer historischenHerleitung, nach einer Analyse der Materialien des Atlas derDeutschen Volkskunde, dessen Initiatoren den Geburtstag einerFrage wert fanden, das Schwergewicht ihrer Arbeit auf Befra-gungen gelegt, weitgehend beschränkt auf den Marburger Raum.So entstand ein schichtenspezifisch differenziertes Bild der nochlebenden Generationen und vor allem eine erste Bestandsaufnahmeheutiger Geburtagsfeiern und-formen, die von den uns allen be-kannten Familienfeiern der einzelnen Altersstufen bis zum pauschal-bezahlten Kindergeburtstag in einem Mc- Donaldsladen reichen.Neben dem Vorantreiben des Wissens für die Familienfor-schung tut sich aber gerade bei Frau Falkenbergs Arbeit dieKinderforschung als wachsendes Forschungsinteresse auf. Hierzuhaben natürlich schon einige andere Autoren gearbeitet, etwaim skandinavischen Raum und nicht zuletzt die diese Arbeit an-regende und betreuende Frau Weber- Kellermann. Und dennochsind gerade bei der Kinderforschung derzeit ganz neue theore-tische Prämissen festzustellen. In Ansätzen bei unseren Marbur-ger Arbeiten etwa mit der Feststellung, daß das Kind als eigen-
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