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Probleme der Gegenwartsvolkskunde : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1983 in Mattersburg
(Burgenland)
Entstehung
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ergeben, daß die betreffenden Normen noch ungefestigt oder regio-nal verschieden sind. Noch aufschlußreicher sind Veränderungenin überarbeiteten Auflagen desselben Buches( 8). Das sei mitdem" Schweizerischen Knigge" von 1945, 1956 und 1981( 3 a- c)für einige Fälle demonstriert. In den älteren Auflagen wird dasverspätete Eintreffen im Theater oder im Konzertsaal so gerügt( 3 a: 78= b 89):" Man weiß, wie es geht: der geduldige Gattewartet mit der Uhr in der Hand im Hausflur. Die Frau ruft ausdem Schlafzimmer herunter, daß sie in einer Minute komme."Aber die Minuten der Frauen" werden zu Viertelstunden; wennman schließlich im Theater ankommt, hat das Stück bereits be-gonnen." 1981 liest sich das so( 3 c: 79):" Man weiß, wie esgeht: In letzter Minute möchte man noch einen Blick in dieZeitung werfen. Die Minuten sind leider so kurz.(...) Die Minutenwerden zu Viertelstunden." Der Ersatz der sich schön machendenFrau durch das unpersönliche zeitungslesende" man", das hiertatsächlich einen Mann mit zwei-nn- suggeriert, registriert selbst-verständlich keinen realen Wandel, sondern spiegelt die zeittypischeAngst vor feministischer Empfindlichkeit. Rücksichtsnahme aufdas Zielpublikum ist bei dieser Literaturgattung, für die hoheAuflagezahlen einkalkuliert werden müssen, immer in Rechnungzu stellen. Darum hat es ja auch kein deutsches Buch mit denRauchern ganz verderben wollen.

Doch nun ein paar Beispiele für sachlich bedingte Änderungen!Guggenbühl legte dem Gast in einem Privathause 1945 und 1956nahe, seine Schuhe selber zu putzen und das Bett in Ordnung zubringen, sofern keine Haushalthilfe da sei( 3 a: 59 f. 3 b: 67).Dieser Zusatz ist 1981 aus naheliegenden Gründen verschwunden( 3 c: 63)( 9). Im Kapitel" Tanzanlässe" fehlt eine erst 1956eingeschmuggelte Bemerkung wieder, die folgendes besagte( 3 b: 86):

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