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Probleme der Gegenwartsvolkskunde : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1983 in Mattersburg
(Burgenland)
Entstehung
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mit den Erkenntnissen der Zeitungswissenschaft abzugleichen undso auch historisch festeren Boden zu gewinnen. Fördernd wirktehier Karl Veit Riedel in Hamburg( 16). Das wieder führteschließlich hin bis zu den frühesten Beschäftigungen mit der Zei-tung überhaupt; so etwa in der Frühaufklärung durch den gelehrtenPragmatiker aus Schlesien Christian Weise( 1642-1708) mitseiner Schrift" Über das Lesen von Zeitungen..."( 1685) oder durchden wendigeren Caspar Stieler( 1632-1707) mit dessen auf-schlußreichem Traktat" Zeitungslust und Nutz"( 1695)( 17). C.Stieler versucht bereits eine Festlegung der besonderen Merkmaleeiner" Zeitung" und gibt Anleitungen zum" vernünftigen Zeitung-lesen", und es ist bezeichnend für ihn und seine Zeit, daß er bei-spielsweise die Zeitungslektüre für Jugendliche, Knechte und Mägdenoch als schädlich ausdrücklich ablehnt und damit eine Einstellungbekundet, die der Unterschicht die Lektüre von Zeitungen nochvorenthält, eine Tendenz, die bis in das 19. Jahrhundert herauf be-steht und parallel mit den Bemühungen um den aufklärerisch pur-gierten Hauskalender u. a. gesehen werden muß( 18) und die imübrigen auch manches aus der später anschließenden Entwicklungim allgemeinen Leseverhalten wie etwa die Gründung von Arbeiter-lesevereinen und dergl. erst verständlich werden läßt.

1. Die Zeitung als ein historisches Dokument

Jede Tageszeitung dokumentiert in regelmäßiger Folge und zurGänze ihre Zeit. Mit diesem Zweck und Ziel aber ist sie gleich-zeitig ein wohlabgerundeter Spiegel der Gesellschaft dieser Zeit.Wir sehen darin nicht zuletzt den Menschen in seinen Aktualisie-

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