Klirren und Ächzen der Ketten, an denen die Lampen über denStraßen hingen, im Winde oder beim Herablassen das klang be-drohlich genug( 60).Wolfgang Schivelbusch
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gar hat in einer höchst interessantenStudie über" Straßenlaternen und Polizei" die symbolische Bedeu-tung der Pariser Straßenbeleuchtung untersucht in manchem sicheretwas überzogen, im ganzen aber doch plausibel: Laternen nicht zu-letzt auch als Ausdruck von Herrschaft( und seien es zunächst nurdie drei kümmerlichen, kaum sichtbaren Kerzen am Beginn, in derMitte und am Ende eines Boulevards!), Laternenzerstörung als Maje-stätsbeleidigung, Laternen als bevorzugtes Destruktionsobjekt beinächtlichen Volksaufläufen. Natürlich hat die aufrührerische Ver-dunkelung den naheliegenden Zweck, die Flucht vor der Polizei leich-ter zu gestalten aber gerade deshalb sind die Straßenlaternenauch wirklich die Krönung des Herrschaftsanspruchs, den die Boule-vards so sinnlich erfahrbar zum Ausdruck bringen. Schivelbusch er-wähnt" Gavroche, den Feind der Laternen" in Victor Hugos" LesMiserables" und fügt an:" In den Pariser Aufständen des 19.Jahrhunderts wird die zerschlagene Straßenlaterne eine Art Real-metapher der Revolution, an Bedeutung vergleichbar der Barrika-de."( 61)
Wir befinden uns im neuen Paris der Boulevards, die nach derJahrhundert mitte in einem unvergleichlichen Akt von Stadtzerstö-rung und Stadtwiederaufbau in nur 15 Jahren entstanden, auf einenSchlag dem Verkehr übergeben samt den mit Hilfe einer eigensdafür konstruierten Maschine eingepflanzten 30jährigen Chaussee-bäumen, nachdem ganze Stadtteile, ja Hügel und Täler verschwun-den waren( 62): Baron Haussmann ist das Stichwort.
" Ich verstehe hier unter' Haussmann'", schreibt Friedrich Engels1872 in seiner Abhandlung über die Wohnungsfrage," nicht bloß die
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