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Probleme der Gegenwartsvolkskunde : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1983 in Mattersburg
(Burgenland)
Entstehung
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und das war eine Lust, von einem Hause zum andern querüberzuspringenund unterwegs einen Freund am Kleide zu erhaschen. Stelzenlaufen,Seilspringen, Anwerfen, alles wurde in der Straße, und sollte esselbst die erste der Stadt sein, besorgt. Ja, wie in Italien sich dasHandwerk vor den Häusern breit macht, so bei uns das Spiel derKinder."( 28)- Als sei nichts passiert in langer Zeit: Die Älte-ren werden das gar nicht so fremd finden ja selbst ich sehemich da als Kind wieder: Stelzengehen, Himmel und Hölle, Tänzern,Straße kämpft gegen Straße, Roßmist aufsammeln; die Sinne warennoch anders organisiert: statt der gespannten Aufmerksamkeit beimÜberqueren der Straße, der Fuß zuckt, wenn das Hirn damit rechnet,daß die Ampel auf Grün schaltet statt diesem nervösen, ruckar-tigen rush- hour- Intervall- Gehen Beschaulichkeit, Gehen als Erho-lung." Einmal erinnere ich mich", schreibt Karl Gerok, später" einin ganz Deutschland verehrter Meister der Predigt", Verfasser" formvollendeter, gemütswarmer religiöser Lyrik"( 29), über dasStuttgart des Jahres 1821," an einem schönen FrühlingsabendChristoph Schmids Rosa von Tannenburg auf dem Trottoir derKönigstraße, hinter dem Kindsmädchen herwandelnd, behaglich hin-ausgelesen zu haben."( 3) Das Bild spricht für sich, verweist unsauf den ungestörten Geh- Rhythmus und auf die geringe Geschwin-digkeit des Gehens. Walter Benjamin, der in seinem unvollendetenund dennoch gleich faszinierenden wie berühmten Werk über diePariser Passagen sich so eingehend mit der Figur des Flaneursbefaßt, teilt die Pariser Anekdote mit:" 1839 war es elegant, beimPromenieren eine Schildkröte mit sich zu führen. Das gibt einenBegriff vom Tempo des Flanierens in den Passagen."( 31)Auf den Boulevards mochte es anders sein; doch haben sie,meint Benjamin, mehr noch als die Passagen den großstädtischenFlaneur gezeugt. Benjamin spricht von einem" anamnestischenRausch, in dem der Flaneur durch die Stadt zieht", während in

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