Und:" Im untern Teil der Rotebühlstraße wohnt ein Schmied. Trotz-dem daß es ohnehin kein Schleckhafen ist, in der Nachbarschafteines solchen zu wohnen und sich Tag und Nacht die Ohren voll-klopfen zu lassen, trotzdem diese Straße die schmutzigste der Stadtist, trotzdem daß die Seitengänge der Straße, auf denen man gehenmuß, wenn man nicht im Morast versinken will, höchst schlechtund bucklig sind, trotzdem sieht man vor dem Hause des Schmiedsdie Straße mit Pferden, Wägen und Karren überstellt, und manist genötigt, den Morast der Straße dick und dünn zu durchwaten."( 21) Und:" Ein Teil der untern Neckarstraße schüttet fortwährendden Kehricht in den Chausseegraben vor ihrem Hause, wodurch eineAnhäufung des Morastes entsteht, die für Auge und Nase wider-wärtig ist.(...) In der nassen Jahreszeit und im Winter ist Stutt-gart ein wahres Sumpfnest, das Ekel und Abscheu erregt und jedemFremden den widerlichsten Eindruck macht. Hier geschehen Mist-führen, Kloakenleeren und andere Geschäfte am Hellen Tage."( 22)Noch lange hat die Polizei zu kämpfen mit dem" hartnäckigenBrauch, Schweine auf der Straße zu schlachten und zu( 23).
füttern"
Wie sehr wir es hier mit im Grunde noch nach- mittelalterlichenVerhältnissen zu tun haben, zeigt ein letztes Zitat zu diesem Kom-plex, das ich dem in den zwanziger Jahren anonym erschienenenBande" Kulturleben der Straße" entnehme. Der Autor schildert dienach dem Riesenbrand von 1666 neu aufgebaute Metropole London
so:
" Im übrigen ließ die ganze Anlage dieser neuen Stadt das Walteneines Lichtung und Weite erstrebenden Geistes völlig vermissen. DieStraßen, abscheulich gepflastert, waren eng wie zuvor geblieben, sodaẞ Räderfuhrwerke sich kaum auszuweichen vermochten. Nochschlimmer war es um die Sauberkeit bestellt.(...) Damals(...) hat-
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