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Gegenwärtige Probleme der Hausforschung in Österreich : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1980 in Feldkirch
(Vorarlberg)
Entstehung
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vieles aussagen, was für die Arbeit des Architekten von Wichtig-keit ist. Aus dem Wissen um diese Entwicklungen erwächst jeneauf der vernünftigen Verwendung des Materials und seiner Be-schaffenheit beruhende Formgebung, die so selbstverständlich aus-sieht, weil sie keine äußerlich angebrachte Dekoration ist, die mitden wahren Verhältnissen nicht übereinstimmt.

Es ist jedoch Hausforschung nicht nur ein Problem des ländlichenRaumes, es wurde dies zuvor schon erwähnt, sondern sie solltesich auch mit der Entwicklung und den Problemen des städtischenHauses befassen. Es gibt gerade im 20. Jahrhundert in der Nach-kriegszeit des 1. Weltkrieges auf diesem Gebiet auf der ganzenWelt bekannte und gute Leistungen im sozialen Wohnbau. Ich denkean die Bauten der Gemeinde Wien, die aus den Mitteln der Wohn-bausteuer errichtet wurden, wie z.B. der Reumannhof, der Karl-Marx- Hof und andere, die zum Teil beachtliche Wohnqualitätenaufweisen und trotz übernationaler Einflüsse, regionale und lokaleCharakteristiken hatten. Dabei wurden diese Bauten von Architektenfür Leute errichtet, die ihnen noch gar nicht bekannt waren, sodaẞdie Forderung nach der Schaffung eines Heimes besonders schwerzu erfüllen war. Doch es gelang damals in Hinblick auf die Mög-lichkeiten der Großstadt in überraschend guter Weise. Jahrzehntespäter war dies nicht mehr der Fall, obwohl sich die damit be-faßten Architekten sicherlich auch darum bemühten, allerdingswaren die Vorbedingungen andere. Vorgefertigte Bauelemente,standardisierte Grundrisse und Ähnliches konnten nur den Wohnungs-bedarf aber nicht die individuelle Sehnsucht nach einem Heim be-friedigen. Dies geschah zur gleichen Zeit an den Stadträndern inden unerschlossenen Siedlungsräumen, wo die gleichen Leute zu-meist in Eigenregie und" Pfusch" sich eigene Häuschen errichteten,die in falsch verstandener Volkstümlichkeit Formen verwendeten,die weder echt noch an dieser Stelle richtig waren. Woher solltendie Erbauer auch das Wissen und die Erfahrung haben? Die Be-fassung mit diesen Problemen durch die Hauskunde im Rahmender Volkskunde wäre sicherlich eine wichtige Arbeit im Interesseder Allgemeinheit und würde auch dem planenden Architektenwertvolle Hinweise liefern.

Von Roland Gnaiger:

1. Der Volkskundler hat in analoger Art, in der er die historischenBedingungen der Entstehung unserer Hausformen untersucht, die

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