Die Entscheidung zwischen" Bewahren" und" Neugestalten" verlangtviel Verantwortungsbewußtsein, aber ebensoviel Kenntnis der Ma-terie. Und hier muß nun die Arbeit des Volkskundlers einsetzen.Er muẞ durch systematische, alle Bereiche miteinschließendeHausforschung zu einer umfassenden Kenntnis der landschaftsge-bundenen, traditionellen Bauweise gelangen, dann erst könnenMöglichkeiten eines positiven, neuen, jedoch wiederum landschafts-gebundenen Bauens gesucht werden.
Im Falle" Bauernhaus" würde dies nach Vorlage dieser Voraus-setzungen durch den Volkskundler praktisch bedeuten, daß derArchitekt im Einzelfall mit der betroffenen Familie die Möglich-keit einer Sanierung bespricht, und wenn es doch zu einem Neubaukommen muß, sollten die bewährten Ideen, bzw. Strukturen desHauses übernommen und mit eigenen Vorstellungen und den techni-schen Mitteln unserer Zeit unter Rücksichtnahme auf landschaft-liche Gegebenheiten zu einer sinnvollen Neugestaltung führen.Das Problem bei der derzeitigen Situation ist allerdings, daß inden meisten Fällen ja nicht einmal der Architekt plant oder inseiner Planung so eingeschränkt ist, daß eine fruchtbare Arbeitunmöglich wird. Wie oft wird nicht zuletzt bedingt durch densteigenden Fremdenverkehr- sehr rasch nach eigenen Plänen desBesitzers ein neues Haus gebaut, das hinterher den Bedürfnissennur teilweise entspricht und dessen äußere Form vom dzt. ganzÖsterreich überschwemmenden" Fremdenverkehrsstil" geprägt ist,an Stelle von einer landschaftsgebundenen Bauweise. Die obersteBaubehörde- bei uns der Bürgermeister steht dem meist macht-los weil ahnungslos, oder durch persönliche Beziehungen zumBauherrn in seiner Kritik eingeschränkt- gegenüber.Daß die von mir vorgelegten Ansätze nicht ohne weiteres in diePraxis umzusetzen sind, ist selbstverständlich. Dies würde nebeneinem verstärkten Personalaufwand auch ein Umdenken erfordern,das weniger die Volkskunde und die Architektur betrifft, sondernvielmehr noch die Betroffenen selbst und die verantwortlichenPolitiker. Doch gerade mit diesem Umdenken kann im Sinne einerkontinuierlichen Bauentwicklung und einer, nicht sinnlos verbautenLandschaft nicht früh genug begonnen werden!
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Von Elfi Lukas:
In den Vorträgen und Diskussionen wurde eine wesentliche Schlüs-selfigur des ländlichen Baugeschehens zu wenig beleuchtet bzw. ihrzu wenig Wichtigkeit beigemessen: dem Bausachverständigen. Die
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