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Gegenwärtige Probleme der Hausforschung in Österreich : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1980 in Feldkirch
(Vorarlberg)
Entstehung
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architekten verwendeten vorwiegend die Formensprache des ost-schweizerischen Fachwerkbaus, es dominierte ein steriler Einheits-stil. Bewußt wollte man keine althergebrachten Bauten kopieren,das Nationale sollte in der Idee des" Schweizerdörfchens" selbstzum Ausdruck kommen. Angegliedert wurden zwei Musterbauern-höfe, die das Schweizerische Heimatwerk mit Möbeln ausstattete.Stall und Scheune waren mit den neuesten Erzeugnissen der Agro-technik ausgestattet, für die Wohnräume legte man höchsten Wertauf rustikale Möbel. Den Bauern sollte die Heimat wieder ins Hausgebracht werden, wie sich Ernst Lauer, der damalige Direktor des" Schweizerischen Heimatwerkes" ausdrückte 5). Die traditionellenVorbilder dieser Möbel waren jedoch ebenso wenig zu erspüren, wiejene der Bauten. Die traditionsorientierte Architektur hatte sichder Tradition entfremdet.

An der bis anhin letzten Landesausstellung, der Expo 64, die imJahre 1964 in Lausanne stattfand, verzichtet man hartnäckig auchnur in irgendwelchen Anspielungen auf die Tradition der" Dörfli".Das Motto dieser Ausstellung lautet ja auch" Die Schweiz heuteund morgen". Der Kommentar des offiziellen Führers zu diesemThema:

" Die Folklore wird an der Expo nicht übermäßig hervorgehogen, sieschwingt in den Herzen mit. Hier finden sich keine kitschigenSchweizer Chalets. Die Architekten haben den Charakter des Lan-

des in ihre moderne Sprache frei übersetzt" 6).

Ethnographie ohne Anwendung

Die Krise des traditionsorientierten Bauens in der Schweiz des 20.Jahrhunderts verläuft weitgehend unabhängig von der Entwicklungder volkskundlichen Hausforschung. In Distanz zur aktuellen Bautä-tigkeit entstanden eine Reihe von Arbeiten und Publikationen, diekeine einheitliche Forschungsrichtung aufzeigen, doch das Wissen

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