wie viel an handwerklicher Erfahrung und handwerklichem Wort-schatz seit dem Siegeszug der Baumaschinen verloren gegangenist. Das gilt auch für die Bezeichnung der Räume in Haus undStall und seit Kranzmayers Arbeit über die Namen von Türschwelle18und Hausflur sind kaum noch gleichartige Untersuchungen vorge-legt worden. Damit sind wir bei den Wörtern und Sachen und daergibt sich von selbst ein Hinweis auf das Problem der Termino-logie und Typologie, deren Vereinheitlichung zumindest in wissen-schaftlichen Veröffentlichungen ein altes Anliegen der gesamtenÖsterreichischen Hausforschung ist 19. Ich muß hier noch einmal
auf die Neuauflage des Dehio zurückkommen: Es wäre doch drin-gend notwendig gewesen, die termini, deren sich die hauskundlichenBearbeiter bedienen, vor Drucklegung der Neuauflage zu überprüfenund einen Konsens der Hausforschung herbeizuführen.
Was uns in Salzburg, aber wohl auch in anderen Bundesländern,völlig oder weitgehend fehlt, sind begleitende Untersuchungen zumWandel der volkstümlichen Wohnkultur. Wir sind Zeugen eines Wan-dels, der vom offenen Feuertisch über den Sparherd zum Elektro-herd, vom Kienspan zur 100- Wattlampe, vom Dauermiststall zurSchubstangen- und Schwemmentmistung führt. Wir erleben denFunktionswandel der Stube zur Wohnküche, der Dienstbotenkammernzu Fremdenzimmern, wir erleben die grundsätzliche Änderung desgesamten Speicherwesens und der Vorratshaltung, ohne diese Ver-änderungen wirklich genau zu registrieren und zu datieren. DasWasserversorgungswesen und die Brunnenanlagen im volkstümlichenHaus sind kaum erforscht, das Baualter und die Ausstattung derKellerräume im Bauernhaus sind kaum bekannt, die Keller werdenselbst bei Bauaufnahmen oft vernachlässigt. Die Kultfunktion desHauses ist nur oberflächlich bekannt, man weiß vom Tischgebetund vom Herrgottswinkel, aber kaum etwas vom Stallbeten. DieGestaltung des" Altarls" im Wechsel des Kirchenjahres, die Aus-
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