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Birnbaum einen männlichen Typus, dem niedrigeren, weit-verzweigten, weichholzigeren Apfelbaum einen weiblichenTypus zuzuschreiben. Anderseits empfinden wir in allenfruchtbehangenen Obstbäumen etwas vom weiblichen,fruchttragenden Prinzip, daher pflegen unsere Gärtnerheutzutage noch mit Vorliebe weibliche Namen für neu-gewonnene und neugezüchtete Obstarten zu wählen.Aber auch aus einem ganz äußerlichen Grunde erblickteman in den Pflanzen Männlein und Weiblein: man sah,wie wir in den Vorbemerkungen erörterten, männliche undweibliche Geschlechtsteile bei den Pflanzen wiederkehren.Die Alraunwurzel, die den Penisansatz hatte, galt darumals mas, diejenige, die ihn nicht hatte, als foemina. Eben-so hielten es Chinesen und Japaner mit der Ginsengwurzel.Die Orchideen mit den hodenförmigen Knollen warenmännlich, die mit den handförmigen vulvaähnlichen natür-lich weiblich. Die Wurzeln der Mannstreu( Eryngium)trennten sich ebenfalls in männliche und weibliche.
Im folgenden wird eine kurze Zusammenstellung sol-cher Übertragungen von menschlichen Kollektiv-wie Eigennamen auf Pflanzen gegeben werden. Dieweiblichen Bezeichnungen überwiegen, besonders auffälligbei der ersten Art; das erklärt sich daraus, daß die Be-zeichnungen von Männern gegeben wurden, sie entstammeneiner Zeit, da die Frau ihr Privelegium, sich allein mitPflanzenkunde zu beschäftigen, nicht mehr hatte. In derHeidenzeit hatten die deutsche Hausfrau, die ,, weise Frau"die Kräuterkunde gepflegt, auch die" wilden Frauen Glossar ::: zum Glossareintrag Frauen"werden als sehr heilkundig gerühmt. So hat Wate voneinem„, wilden wîbe" die Heilkunst gelernt( Gudrun 529).Mit der Einführung des Christentums übernahmen dieKlosterleute das Studium, und aus ihrem Kreise gingenauch die ersten deutschen Botaniker hervor. Pflanzenkundewurde Sache der Männer, und die„ Kräuterfrauen" wurdennebenher nur geduldet. Betreffs der Eigennamen, welcheman den Pflanzen gab, sei bemerkt, daß Heinrich, Hans.