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schloß( Schmiedeschloß) gezogen: will eine Frau leicht ent-binden, so müssen während der Entbindung alle Schlösserim Hause, an Türen wie an Truhen und Kisten geöffnetwerden. Ein geschlossenes Schloß ist das Symbol des ge-schlossenen, unfruchtbaren Uterus. Will die Braut keineKinder haben, so wirft sie vor dem Beilager ein mit Mohngefülltes und zugeschlossenes Vorlegeschloß in den nächstenBrunnen( Ungarn) oder sie nimmt ein zugesperrtes Schloßin die Hand und verstopft es mit Hirse( Ungarn). DieseAnalogie ist sehr weit verbreitet, so z. B. auch bei dengalizischen Juden( Urquell IV 188). Bei den Südslaven istes ein allgemeiner Aberglaube, daß man durch ein Schloß,das man über die jungen Brautleute hinwirft und dann zu-schließt oder das man während der Trauung öffnet unddann schließt, Befruchtung und Kindersegen rauben kann.Der Bräutigam kann alsdann seine Braut nicht durch-löchern"( sein Schlüssel, penis, kann nicht die geschlossenevulva aufschließen). Man wirft das Schloß in das Meeroder vergräbt es in die Erde, der Zauber wird nicht ehergehoben, als bis das Schloß wieder geöffnet wird( Anthrop.IV, 210 u. f.). Nach deutschem Volksaberglauben ist esPerchta( Schlüsselkatharina, Schlüsselgrete), die dasMutterschloß bei der Geburt öffnet. Nach ihr heißt dasSchloßbein os Bertram bei den alten französischen Hebe-ammen und die Kinder spendende Lebensrute ,, Berchtel-boschen"( Höfler 110). Sie ist eine geburtshilfliche gütigeFrau, die Wehmutterdämonin, die mit einem großen Fußeumherstampft( Stampa; der Fuß, ein sexuelles Symbol),blutige Hände( als Hebeamme) hat und eine Kuhhaut alsGeburtslager trägt( der Urquell N. F. II, 201). Nach ihrheißt das berühmteste Mutterkraut, Chrysanthemum par-thenium,„ Bertramwurz".
Man verwandte die Schloßkräuter zu Umschlägen,Bädern und Bähungen der vulva, zum Tee, oder man trugsie an zauberkräftigen Tagen( Johanni) gepflückt als Stärke-mittel am Schloß( vulva) oder Schenkel, Bug, Lende, Gürtel.