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Die Früchte einer anderen Irisart, der Iris sibirica,werden in Sibirien von den Bräuten vor der Brautnachtals Mittel gegen die Unfruchtbarkeit gegessen.
Sonnentau.( Drosera rotundifolia). Der Sonnentau,ein zierliches Pflänzchen, war der Freya oder Frigga heilig.Da seine Blätter kleine Tröpfchen ausschwitzen, nannteman es ,, Träne der Freya", die diese dem fern entschwun-denen Gemahl Odhin nachweinte,( ,, Marienträne", norweg.Mariae Oientaare Mariens Augenzähre) oder„, Fricktau"( Friggas Tau, am Niederrhein). Der Sonnentau galt wegenseiner geheimnisvollen Tautropfen als Zauberpflanze, in derAlchimie wie im Liebeszauber. Namen wie„ GoldenerWiderthon" ,,, Edler Widerthon"( Schlesien) deuten darauf
hin.
Vielleicht wird es wegen seiner zierlichen Blüten undBlätter Jungfernblüte" benannt. Im Mecklenburgischenheißt es auch ,, Bullkraut". Schon Dodonaeus empfahl diePflanze als Aphrodisiacum bei Kühen, daher auch engl.,, Lustwort", im Ostfriesischen:„ Spöölkruud", bei Montanus,, Brunstkraut".
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Der
Storchschnabel.( Geranium Robertianum).Storchschnabel( auch Wanzenkraut" genannt) hat einensexuell erregenden Geruch, der in die Klasse der Capryl-gerüche( odores hircini) gehört, wie jener der schwarzenJohannisbeere( 1 S. 78). Im Mecklenburgischen heißt diePflanze Adebârsbrôt( Storchbrot). Sie hat vielleicht ehe-mals eine Beziehung auf Thor, den Gott der Fruchtbarkeitund Ehe, gehabt. Sie ist daher auch dem heiligen Ruprecht,dem Schutzgott des Hauses, heilig( daher Roberts- Ruprechts-kraut G. Robertianum). Im Vogtland und in Ostpreußendient sie zum Eheorakel: die Mädchen winden aus Weide,Raute und Storchschnabel einen Kranz, werfen ihn aufeinen Baum, so oft sie werfen müssen, bis er hängen bleibt,so viele Jahre bleiben sie ledig. Die schnabelförmige Fruchtbrachte die Pflanze mit dem Storch, dem Vogel der Frucht-barkeit und des ehelichen Glückes, zusammen.
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