Druckschrift 
2: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 2.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
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heiliges Kraut, das schon in Heidenzeiten Glossar ::: zum Glossareintrag  Heidenzeiten bei den Tänzendes Frühlingsfestes( 1. Mai, Walpurgis) von den mannbarenMädchen und Witwen ums Haupt gewunden, als Schmuckgetragen wurde.

Mistel.( Viscum album). Am ersten Mai, dem Früh-lings- und Fruchtbarkeitsfeste der Kelten, wurde das großeMistelopfer dargebracht. Von der Eiche wurde die Mistelmit goldener Sichel abgeschnitten. Kleine Teile von ihrverteilte man an Jung und Alt als Heilmittel gegen dieUnfruchtbarkeit. Sterile Frauen hielten auch einen Mistel-absud für das vorzüglichste Heilmittel gegen Unfrucht-barkeit( Brosi, Kelten und Althelvetier). Als zauber-kräftige Glückspflanze wird die Mistel noch heute zuWeihnachten in England wie in Wales in der Stube oderunter dem Dache des Hauses aufgehängt. Mit der Mistelals der Lebensrute schlagen die Kinder in einigen Gegen-den Deutschlands die Erwachsenen am Dreikönigstage.

Myrrhe.( Balsamea Myrrha). Smyrna( oder Myrrha)war nach der hellenischen Mythe( Apollodor III, 14, 4) dieTochter des assyrischen Königs Theias, die durch denZorn Aphrodites zur Blutschande mit ihrem Vater getriebenwurde. Zwölf Nächte hindurch täuschte sie den Vater undverkehrte geschlechtlich mit ihm. Als der Vater sie er-kannte, verfluchte er sie und verfolgte sie nach Arabien,wo sie von den Göttern, die ihr Flehen erhörten, in einenBaum verwandelt wurde, aus welchem noch immer ihreTränen( das Harz) tropfen. Nach zehn Monaten wurdeaber aus der aufbrechenden Rinde des Baums Adonis, derLiebling Aphroditens, geboren. Die Myrrhe war wie die

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Myrte der kleinasiatischen Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttinheilig, bei den Hellenen der Aphrodite. Das Myrrhenharzwurde zu Salbungen in ihrem Kulte wie in Frauenleidenverwendet. Nach Dioscurides( I, 77) wird es mit Wermutund Lupinenabsud oder Rautensaft als Zäpfchen in dieVagina gelegt, um die Menses wie den Fötus rasch zu be-fördern, also ein Abortivmittel.