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VI. Die Entfernung von Tatauierungen.
gebenden Haut nachgestochen. Dann wird unter kräftigemDruck die Zeichnung mit dem Argentum nitricum- Stift mehr-mals abgerieben und mit pulverisiertem Tannin bestreut. Dar-über ein Schutzverband. Es folgt nach kurzer Zeit lebhafteEntzündung und Schwellung, Nekrotisierung der Haut undnach zwei bis drei Wochen Abstoßen des Schorfs und Heilungmit Hinterlassung einer zuerst rötlichen, im Laufe einiger Monateablassenden wenig erhabenen Narbe, die noch die groben Um-risse der ursprünglichen Zeichnung wiedergibt. Zuweilen ist eineleichte Nachbesserung an zurückgebliebenen Teilchen notwendig.Nach meinen Erfahrungen ist mit dieser Methode die restloseEntfernung der Tatauierungen erreichbar. Das Verfahren istaber schmerzhaft, erfordert viel Geduld und Zeit. Wenn nichtsauber gearbeitet wird, wie dies bei Laien oft vorkommt, oderwenn der Patient die Nachbehandlung vernachlässigt, so könnenstärkere Entzündungen und Infektionen die Folge sein. ErnstereFolgeerscheinungen habe ich nie gesehen. Dagegen beschriebParent- Duchâtelet 1857 einen Todesfall nach Versuch derEnttatauierung bei einer Prostituierten. Die Nachtatauierungverursachte„ eine enorme Entzündung, der man nicht Herrwurde und an der sie starb". Offensichtlich handelte es sichum allgemeine Sepsis.
10. Enttatauierung durch den Thermokauter oderKaltkauter. Um zur Enttatauierung den Galvanokauter be-nützen zu können, nehme ich intrakutane und subkutane Lokal-anästhesie zu Hilfe. Nach Reinigung und Abreibung der Haut mitAlkohol mache ich im Bereich der Zeichnung intrakutane Lokal-anästhesie mit Novokain- Adrenalin- Lösung, Quaddel an Quaddelsetzend. Es ist dabei fast nur der erste Stich empfindlich.Nach kurzer Zeit sieht man an der Anämie der Haut, daßdie anästhesierende Wirkung bedeutend über das ursprünglicheingespritzte Hautstück hinausreicht. Nun arbeite ich mit eineman den Apparat für Kaustik angeschlossenen glühenden Platin-knopf die Farbteilchen heraus. Man hat dabei den Vorteil, dienotwendige Tiefenwirkung genau beurteilen zu können. Wischtman nach Beendigung der Prozedur mit sterilem Wasser dieverkohlten Teilchen aus, so bietet sich dem Auge eine genaueKontrolle, wo vielleicht noch Farbkörner zurückgeblieben sind,die nochmals berührt werden müssen. Ein Verband schließtdie Wunde ab. Nach einiger Zeit tritt schmerzhafte Reaktion,