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Das Tatauieren : eine monographische Darstellung vom psychologischen, ethnologischen, medizinischen, gerichtlich-medizinischen, biologischen, histologischen und therapeutischen Standpunkt aus
Entstehung
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II. Technik und Zeremoniell des Tatauierens.

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denn ein

ments in den Pinsel und sticht dann, das Stäbchen leicht gegenden Daumen der Linken anlehnend und der Zeichnung folgend,mit unglaublicher Schnelligkeit und Sicherheitfalscher Stich kann das ganze Bild verderben 15-20 Stichehintereinander in die Haut. Das herausfließende, mit Tuschevermischte Blut wird in jeder Pause durch ein in der Rechtengehaltenes Knäuel Papier abgewischt. Dies Punktieren der Um-risse, also das Skizzieren je eines Bildes mit den Stäbchen,dauerte drei Stunden, während deren ich rauchte, Tee trank,Zeitungen las u. dgl. Der Künstler hatte inzwischen keinWort gesprochen, auch keine Frage beantwortet. Schmerzhaftwar die Prozedur bis dahin gar nicht, nicht schmerzhafter wieetwa der Impfprozeß in Europa. Nach einer Frühstückspausebegann die Detailmalerei und das Schattieren. Der Künstlerharpunierte mich hierbei mit einem der mit zwei Reihen zu jezehn Nadeln versehenen Stäbchen, und je tiefer und dichter dieStiche fielen, desto dunkler wurde später der Schatten. Wirddie Haut vollkommen wund geschunden, so sieht die Tatau-ierung nachher fast schwarz aus. Zur Herstellung der rotenZeichnung wird der in Japan allgemein zum Stempeln der Unter-schrift gebrauchte Zinnober verwandt, während Zinnober mitTusche gemischt in der Haut nachher violett erscheint. Dieganze Operation, die, ohne gerade Schmerzen zu verursachen,auf die Dauer doch aufregt, dauerte für jeden Arm sechsStunden. Das Honorar des Künstlers betrug je 20 Mark. DerArm war etwas angeschwollen, die Haut gerötet und die tatau-ierte Stelle fühlte sich heiß an; nachdem dieselbe aber mitkaltem Wasser und etwas Glyzerin abgewaschen war, stelltensich keine weiteren Beschwerden ein, wie etwa am dritten Tageleichte Schmerzen im Knochen, die an Rheumatismus erinnerten,wahrscheinlich so sagten wenigstens die Japaner infolgedes eingeführten Zinnobers. Dann schuppte sich die Oberhautab und die Zeichnung, die bis dahin trübe und verschwommenausgesehen hatte, erschien in voller Klarheit und Schärfe,die sich inzwischen, seit sechs Jahren, in keinerlei Weise ver-ändert hat."

Merkwürdige Eigentümlichkeiten zeigt die Sitte in Tunis.In den Eingeborenenvierteln geht der Tatauierer herum undruft durch die Gassen: Faire les tatouages, percer les oreilles,couper les clitoris"( Fouquet). Träger beschreibt die von