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I. Entstehung und Psychologie des Tatauierens.
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Nach Finsch holen sich die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber aus dem Binnenlandevon Neuguinea, wo wenig tatauiert wird, auf ihren regel-mäßigen Fahrten den eingestochenen Körperschmuck im Tatau-ierungszentrum Port Moresby, weil sie so ihren Männern bessergefallen". Selbst auf Neuseeland, wo die ausgedehnten Gesichts-tatauierungen eher einen schreckhaften Eindruck machen, warensie vorwiegend ornamental gedacht und„ hauptsächlich eine per-sönliche Verzierung"( Ellis). Bei der Betrachtung eines neu-seeländischen Häuptlings Glossar ::: zum Glossareintrag Häuptlings können auch wir uns kaum der Ein-sicht verschließen, in wie kraftvoller Weise hier die Männlichkeitund Entschlossenheit durch die kunstvollen Linien der Gesichts-tatauierung hervorgehoben werden und Kruckenbergs ver-allgemeinerndes Urteil:„ Das Tatauieren der Haut zur Ver-schönerung des Körpers ist eine Geschmacklosigkeit" ist sicherzu sehr durch den alleinseligmachenden europäischen Ge-schmack bedingt. Kosmetische Zwecke erreicht diese Zeich-nung übrigens auch dadurch, daß sie Runzeln, Falten und an-dere Alterserscheinungen in geradezu glänzender Weise ver-deckt und man könnte darum in ihr beinahe die Anfänge deroperativen Kosmetik erblicken. Wie sehr auf dieser Inseldie Gesichtstatauierung als Kunstwerk geschätzt wird, geht ausder niedlichen Geschichte hervor, die Earle erzählt:„ Einermeiner Nachbarn tötete neulich einen durch Aranghie( einenberühmten Tatauierkünstler) tatauierten Häuptling Glossar ::: zum Glossareintrag Häuptling und schätztedes Künstlers Werk so hoch, daß er dessen Schenkel enthäuteteund seinen Geschoßbehälter damit bedeckte."( Siehe Titelblatt.)
Auf den Zusammenhang mit dem Geschlechtsleben weistauch die weitverbreitete Sitte hin, die sekundären Geschlechts-merkmale oder die Geschlechtsteile selbst zu tatauieren. Tatau-ierung der Brüste und Schamteile bei Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag Weibern ist weit ver-breitet und sogar in Europa nicht ganz verlassen.„ Sobald dasMädchen Umgang mit Männern pflegt, sagt Kubary bei derBesprechung der Pelau- Inseln, trachtet es, die unentbehrliche, telengékel- Tatauierung zu erwerben, weil ohne diese keinMann sie ansehen würde. Diese besteht aus einem den Monsveneris ausfüllenden Dreiecke." Auch Tatauierung der männ-lichen Geschlechtsteile ist mehrfach beobachtet, bei unzivili-sierten Völkern und bei Europäern. Auf Tonga und Herveywird trotz der großen Schmerzhaftigkeit auch die männlicheEichel nicht verschont( Waitz).