Berichte und Besprechungen147Der letzte Beitrag behandelt Bauwerke, die einer österreichi -schen Leserschaft vermutlich wenig geläufig sind, sogenannte See -brücken. Lars Laurenz untersuchte fünf kaiserzeitliche Seebrückenin Seebädern von Pommern auf ihre architektonische Gestaltung undstellt sie erstmals als eigenen Bautypus vor. Als Seebrücke bezeich -net man ein Gebäude, das an einem flachen Strand errichtet wirdund primär als Anlegestelle für Schiffe dient. Seebrücken wurden abder Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der Kaiserzeit 1918 inHolzbauweise errichtet, damit Reisende auf ungefährliche Art dieBadeorte an der Ostseeküste erreichen konnten. Das Flanieren an derfrischen Meeresluft förderte die positive Wahrnehmung des ehemalsals gefährlich geltenden Meeres und ebenso die Gesundheit der Kur-gäste. Seebrücken haben auch Dienstleistungs- und Versorgungsfunk -tion und beherbergen Geschäfte, Kioske, Fahrkartenverkaufsstellen,Cafés und Restaurants. Dank ihrer repräsentativen Architektur ineinem historisierenden Baustil wurden sie zu Prestigeobjekten undMarkenzeichen der Seebäder, wie man auch anhand von erhaltenenhistorischen Ansichtskarten sehen kann.Der Tagungsband ist aufgrund seines vielfältigen Zugangszum Thema und der hervorragenden Beiträge samt Literaturlistenhöchst anregend und lesenswert.claudia peschel-wachaAlberto Grandi: Mythos Nationalgericht.Die erfundenen Traditionen der italienischen Küche.HarperCollins: Hamburg 2024, 256 Seiten.Alberto Grandi ist Historiker und als solcher Professor im Fachbe -reich Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften an der UniversitätParma. Die italienische Originalausgabe dieser Monographie ist 2018unter dem TitelDenominazione di origine inventataerschienen. LautInhaltsverzeichnis ist die deutsche Übersetzung in 20 Abschnittegegliedert, die, wie man bei der Lektüre feststellt, wiederum in unter -schiedlich viele Unterkapitel aufgeteilt sind.