94ÖZV, LXXIX/128, 2025, Heft 1Der ehemalige Luftschutzbunker im Schönbornpark erfuhralsFestung Österreicherstmals eine Nutzung als Spielstätte. Mit derPerformance-InstallationWarten auf die Barbarenführte die Theater-gruppe toxic dreams das Publikum durch die insgesamt 44 Kojenunter der Erde. In zwei Sektionen wurden Bunkerstimmungen undFestungsfolgen inszeniert und Trainings zur Vorbereitung auf einedrohende Apokalypse angeboten.before it gets better …stellte sich mit seinem heterogenen Pro-gramm und den vielen daran beteiligten Akteur:innen in das Span -nungsfeld der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen desSuperwahljahres 2024 einerseits und der Suche nach einer neuenForm des institutionellen Gastgebens andererseits. Es testete, wieweit sich ein Museum dehnen lässt, um noch Museum zu sein, undwie weit es gehen muss, um in die Zukunft zu kommen.Bereits zu Beginn des Jahres hatte die AusstellungMusik ausStrommit Workshops, Konzerten und Diskurs zu Synthesizern undelektronischer Musik nicht nur ein neues Thema, sondern auch eineErweiterung der Zielgruppen mit sich gebracht.Mit insgesamt rund 350 Veranstaltungen und Führungensowie über 100.000 Menschen, die das Museum 2024 besucht haben,blicken wir auf ein in vielerlei Hinsicht besonderes letztes Jahr in derLaudongasse zurück.Die Erfahrungen daraus fließen in unsere Planungen für dieWiedereröffnung ab Juni 2026 ein. Wir arbeiten intensiv an kuratori-schen und organisatorischen Konzepten und erarbeiten neue Vermitt -lungs-, Wissens- und Austauschformate wie das PilotprojektHof derKulturen. Das von der Stadt Wien geförderte Projekt lotet die zukünf -tige Nutzung des Innenhofs aus und hat 2024 mit einer Pilotphase denAnfang genommen: In insgesamt14 KONVERSATIONENund jezwei Hands-on-Workshops und Community-Dialogen trat das Pro-jekt mit Akteur:innen aus den Open Spaces& Galleries sowie mitExpert:innen in Austausch zu Teilhabe in Kulturbetrieben und zu ver -schiedenen Themenbereichen rund um Handwerk und Kultur. DasProjektHof der Kulturenläuft 2025 und 2026 mit größerem Team wei -ter und mündet 2027 in einen offenen Ort für Handwerk und Zusam -menkunft in enger Verbindung mit dem Museum. Mit demHof derKulturenist das Museum seit 2024 eines von acht Kulturankerzentren,die im Rahmen der städtischen Raumoffensive entstanden sind.