Aufsatz in einer Zeitschrift 
Gerüche im Stiegenhaus : eine kulturwissenschaftliche Spurensuche
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64ÖZV, LXXIX/128, 2025, Heft 1Abb. 1Sammlung der verbalisierten Geruchswahrnehmungender Forschungsteilnehmenden; dargestellt als Word-CloudBeschreibung der Gerüche eine Herausforderung für jeden(wissen -schaftlichen, literarischen und nicht zuletzt philosophischen) Diskursdarstellen.14Wir können keinen Geruch außerhalb des Raumes und außer -halb der Zeit wahrnehmen. Ein Geruch ist selbstständig, obwohl erin allen möglichen Gegebenheiten und Mischungsverhältnissen vor-kommen kann.Die Forschungsteilnehmenden nutzen sehr wenige Eigen -schaftswörter(sieheAbb. 1); viel mehr beschreiben sie, wonach etwasriecht, und generieren damit ein visuelles Bild. Geruchswahrnehmun -gen öffnen somit den Interpretationsraum für meist individuelle Auslegungen, stark davon abhängig, an welchen atmosphärischenbzw. sozialen Orten Gerüche wahrgenommen werden. Gerüche benö -tigen immer geeignete Atmosphären zur Entfaltung. Jedes Lebewe -sen, Pflanzen und Dinge besitzen zwar unterschiedliche Formen,allerdings markiert bzw. umgibt sie ein Geruchsfeld. Erst dadurch,dass Gerüche spezifisch sind und eine Charakteristik besitzen, wer -den sie wiedererkennbar.15So beschreiben die Akteur:innen, dass es14Mădălina Diaconu: Tasten Riechen Schmecken. Eine Ästhetikder anästhesierten Sinne. Würzburg 2005, S. 217.15Vgl. Paul Divjak: Der Geruch der Welt. Wien 2016, S. 13.