Heft 
59 (2024) 4
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20IN T E RV IE WJeden TagHof-LebenFabian Ritzi im Gespräch über den­zukünftigen Hof der Kulturen, zu demaktuell ein Pilotprojekt läuftEines der großen und zukunftsweisendenProjekte im Museum derzeit ist der Hof derKulturen. Kannst du es uns kurz vorstellen?Der Hof der Kulturen ist ein partizipativesMuseumsprojekt, mit dem wir versuchenwollen, mehr Menschen mit Migrationsbio-grafie ans Haus zu holen, um so den vielfälti-gen Lebensrealitäten Wiens besser gerechtzu werden. Es ist gleichzeitig ein Projekt, dassich mit Handwerk und handwerklichen Prak-tiken beschäftigt, die mit der Sammlung desMuseums in Verbindung stehen. Die Visionist, den ehemaligen Wirtschaftshof desGartenpalais Schönborn in einen lebendigenOrt zu verwandeln. Dazu sollen die Räum-lichkeiten um den Innenhof zu Werkstättenund Arbeitsräumen umgebaut werden, diean Handwerker:innen mit Migrationserfah-rungen vergeben werden können. Es sindvier Werkstätten geplant, die jeweils für einbis zwei Jahre genutzt werden können.Was genau geschieht in den Werkstätten?Der Hof soll ein Ort der Arbeit sein, ein Ort,an dem sich mit Material auseinandergesetztwird. Der Handwerksbegriff ist dabei sehrweit gedacht und kann eine Digitalwerkstattsein, Fotografie in Bezug auf die ­Sammlungoder auch Textilhandwerk. Es gibt eineKüche, die ein wichtiger Bestandteil seinwird.In welchem Stadium befindet sich dasProjekt derzeit?Aktuell sind wir mittendrin im Pilotprojekt,das uns durch eine Förderung der StadtWien die Möglichkeit gibt, unsere Ideenvorab zu testen. Momentan liegt der Fokusauf Vernetzung und Recherche wir sinddabei, neue Verbindungen zu Partner:in-nen zu knüpfen. Denn wir müssen zuerst­herausfinden, ob für unsere Vision auch einBedürfnis besteht und wie wir Menschenfinden, die Interesse daran haben, mit unszu arbeiten.Seit einigen Monaten veranstaltest dudie KONVERSATIONEN. Was ist die Ideedahinter?Ich lade Menschen ein, die sich in Wienmit Migration auseinandersetzen und führeöffentliche Gespräche mit ihnen. Bei denKONVERSATIONEN geht es darum, Menschenkennenzulernen, in ihre Projekte einzu-tauchen, von ihren Erfahrungen zu lernenund die Reichweite der Thematik zu ergrün-den. Es ist ein niederschwelliges Format,das ich ohne viel Aufwand in unregelmäßi-gen, zum Teil kurzen Abständen anbietenkann.Was ist weiter geplant?Ein zweites Format sind die COMMUNITYDIALOGE. Sie sind als Workshop mit Gruppengedacht, um gemeinsam die Umsetzbarkeitunserer Ideen abzuklopfen. Zudem werdenwir ein kuratorisches BOARD aufbauen, dasauch inhaltliche Entscheidungen treffenkann und ein weiteres Netzwerk zur Verfü-gung stellt.Was sind deine bisherigen Erfahrungen,die du aus den KONVERSATIONEN mit-genommen hast?Die ersten Gespräche waren mit Gruppen,die im Rahmen des diesjährigen Wende-zeitprogramms before it gets better imMuseum aktiv waren. Viena Chilena zumBeispiel ist ein Verein, der ein Archiv undeine Online Ausstellung über die Chilenische