Heft 
59 (2024) 3
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22I N T E R V I E WUnd am Ende singt die Amselihr AbendliedInterview mit Kari Rakkola über zehn JahreSommertheater im Innenhof, über die­Wirkung von multikulturellem Körpertheaterund die Arbeit als Off-Theater-GruppeIhr seid mitten in den Proben für das Som-mertheater Durch die Welt, das ab Juli imInnenhof des Museums zu sehen sein wird.Was erwartet die Besucher:innen?Als Vorlage dient das Märchen der GebrüderGrimm, Sechse kommen durch die ganzeWelt. Die Geschichte handelt von Außen-seitern, die jeweils eine besondere Gabehaben, einander ergänzen und schließlichgut durch die Welt kommen. Es geht umGemeinschaftssinn und die Frage, wie manProbleme löst, wenn man sich zusammentut.Als Grundlage für eure Stücke nehmt Ihroft Märchen. Warum?Märchen sind nicht ohne Grund Klassiker.Sie enthalten meist gesellschaftspolitischeThemen, die sich gut aktualisieren und inKontext zur heutigen Zeit setzen lassen.Auch beflügeln sie auf wunderbare Art,haben eine klare und einfache Grundstruk-tur, enthalten fantastische Elemente undgipfeln in einem Happy End.Eure Aufführungen sind meist sehr sinn-lich mit viel Körpereinsatz und Musik. An­welches Publikum richten sie sich?Wir haben immer eine Ebene, die die Kindererreicht und eine andere Ebene, die sichan ein erwachsenes Publikum richtet. Ichhabe lange im Körpertheater gearbeitet undlasse viele Elemente davon in meiner Arbeiteinfließen. Im Körpertheater gelingt es, auchohne Sprache auszukommen und dadurchjedes Publikum ansprechen zu könnenüber Altersgrenzen und kulturelle Unter-schiede hinaus. Im diesjährigen Stück gibtes etwas mehr Text als in manchen Jahrenzuvor. Dennoch ist die ganze Erzählung mitihren Abläufen, der Musik und den Bilderntragend für das Stück.Hinter dem Sommertheater stehen dieZenith Productions. Wer wirkt mit?Unsere Gruppe ist seit 1995 aktiv und seitjeher multikulturell. Heuer sind wir sechsSchauspieler:innen auf der Bühne, vonsehr jung bis sagen wir: sehr gut ­erhalten.Plus ein Musiker, dieses Mal wieder ein­Akkordeonist. Wir sind ziemlich internationalaufgestellt und kommen aus Finnland, Cuba,Amerika, Bosnien, Wels und Wien.Seid ihr eine fixe Truppe oder variiert dasje nach Produktion?Inzwischen sind wir ziemlich fix und überdie Jahre gewachsen.Was zeichnet Eure Arbeit aus?Es war uns immer schon wichtig, für unseremeist sozialkritischen Themen eine übersprachliche und kulturelle Grenzen hinaus-gehende, allgemein verständliche Ausdrucks-weise zu finden. Die aus verschiedenenLändern und Kulturkreisen stammendenSchauspieler:innen lassen Ansätze aus ihrerjeweiligen Kultur in unsere gemeinsameArbeit einfließen.Es geht manchmal durchaus mehrsprachigzu beim SommertheaterJa genau. Und selbst wenn Deutsch auf derBühne gesprochen oder gesungen wird,hat diesesDeutsch oderÖsterreichischimmer Einflüsse aus den Muttersprachen derSchauspieler:innen. Es entfaltet eine nuan-cierte Wirkung und spiegelt dabei auchdie Realität in Österreich wider. Die Grenzensind fließend, etwa wenn der kubanische