Heft 
59 (2024) 3
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6HIGHLIGHTS AUS DEM WENDEZEITPROGRAMMMan will uns ans LebenBomben gegen Minderheiten1993–1996Ausstellung bis So, 25.8.2024Kuratorinnenführung:Di, 2.7., 16.00 Uhrund So, 25.8., 15.00 UhrZwischen den Jahren 1993 und 1996 erhiel-ten in ganz Österreich insgesamt 25 Perso-nen und Organisationen explosive Post. Imgleichen Zeitraum detonierten in Kärntenund im Burgenland drei Spreng- bzw. Rohr-bomben. Die Anschläge hatten vier Tote,vier lebensgefährlich Verletzte und neunVerletzte zur Folge.Der Terror adressierte ausschließlichMinderheitenangehörige und ihre Unter-stützer:innen. Der folgenschwerste Anschlagfand im Februar 1995 im burgenländischenOberwart statt, bei dem vier Roma-An-gehörige durch eine Sprengfalle ermor-det wurden. Josef Simon, Karl Horvath,Erwin Horvath und Peter Sarközi starbendurch eine Explosion, als sie eine Tafel mitder InschriftRoma zurück nach Indien!­entfernen wollten.Obwohl die Auswahl der ­Adressat:innenbald auf Täter:innen aus dem rechten Eckschließen ließ, gestalteten sich die Ermitt-lungen sehr langwierig und nahmen erstim Herbst 1997 zufällig ein Ende. Bei einerVerkehrskontrolle im südsteirischen Grallazündete der angehaltene 48jährige Ver-messungstechniker Franz Fuchs einenSprengkörper, der ihm beide Hände abriss.Er gilt bis heute als Einzeltäter.Die rechte Terrorwelle erschütterte dasLand in einer politisch und gesellschaft-lich äußerst bewegten Zeit und stellte dentraurigen Höhepunkt in einem historischgewachsenen, tendenziell minderheiten-feindlichen Klima in Österreich dar.Die Ausstellung vermittelt historischesWissen zur größten innenpolitischen Terror-welle der Zweiten Republik und beleuchtetdie Rolle des politisch-gesellschaftlichenKlimas der 1990er Jahre für die Gewalttaten.Rechtsextremismus ist keine Rander-scheinung mehr. Die menschenverachtendePropaganda findet bis in die sogenannteMitte der Gesellschaft Anklang. Als harmloserProtest getarnt, greift sie in gesellschaftlicheDebatten ein. Der Übergang von rechtsex-tremem Gedankengut zu rechtsextremis-tischem Terror, von verbalen Angriffen zuphysischer Gewalt ist fließend. Davon zeugtnicht nur die Geschichte des Brief- undRohrbombenterrors der 1990er Jahre. DasThema ist brennend aktuell.Kuratorinnen: Vida Bakondy, Cornelia Kogojund Gamze OnganEine Ausstellung der Initiative Minderheiten in Koope-ration mit dem Volkskundemuseum Wien, dem kärnten.museum und dem Offenen Haus Oberwart(OHO).volkskundemuseum.at/man_will_uns_ans_lebenAusstellungMan will uns ans Leben. Noch bis So, 25.8.Foto: Kollektiv Fischka / Kramar