Das Museum als USEum
55. Jahrgang
Vermehrt Schönes!
Ruth Goubran und Theres Fischillim Gespräch über Kulturförderungund ihre Arbeit im Erste BankMehrWERT Sponsoring
Es liegen bewegte drei Monate hinteruns allen. Wie habt Ihr die Zeit desLockdown erlebt? Wie hat sich EureArbeit verändert?
Theres Fischill: Seit Mitte März habenwir von zuhause aus gearbeitet und sindtelefonisch in permanentem Austauschgeblieben.
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VermehrtSchönes!
VermehrSchönes!
Vermehrt Schönes im Museum: Das Erste BankMehrWERT Sponsoringprogramm. Foto: Gesine Stern
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Ruth Goubran: Wir sind mit dem Kultur-betrieb eng verbunden und dadurch hatsich unsere Arbeit schlagartig verändert.Zuerst haben wir unsere Partner durch-gerufen, um nach der Stimmung zu fragen.Im Hintergrund haben wir versucht, dieVerwaltungstätigkeiten aufrechtzuerhalten,was im Homeoffice schwieriger war.
Welchen Eindruck habt Ihr aus EurenGesprächen mit den Kulturschaffendenbekommen?
Ruth Goubran: Ein Eindruck war, dasszunächst Hilflosigkeit geherrscht hat. Dieseanfängliche Schockstarre haben wir alleerlebt. Der Kulturmarkt ist extrem divers,das ist sehr deutlich geworden. Wir sehennun viel klarer, wo die Bruchlinien verlaufen- zur freien Szene, zu den einzelnenKünstlerinnen und Künstlern, zu den unter-schiedlichen Genres, zu Kulturmanagern,zu jenen die laut und jenen die leise sind,zu denen die vielleicht zu„ systemverwöhnt"sind, etc. Da wird sich viel verändern.Neue programmatische Ansätze, mehrVernetzung, Inhalte und Formate werdensich wandeln, vor allem braucht es Visionen,
wie es in die Zukunft gehen kann. Auchdie Frage, wie man arbeitet stellt sich neu.Es bricht jetzt vieles auf.
Seit 2011 gibt es das MehrWERTSponsoringprogramm der Erste Bank.Was ist das Besondere an diesemProgramm?
Ruth Goubran: Als ich 2010 die Leitungdes Sponsorings übernommen habe, gabes bereits zahlreiche Partnerschaften.Wir haben nicht alle Kooperationen neuaufgebaut. Aber wir haben eine Strukturgeschaffen, die eine Haltung der Erste Bankerkennbar macht, nämlich wie Sponsoringbei uns verstanden wird. Wir haben ein