Heft 
55 (2020) 3
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55. Jahrgang

Ein neuer Kräutergartenfür die Kulturvermittlung

Ein multisensorischer Zugang liegt uns in derKulturvermittlung sehr am Herzen. Gemein-schafts- und Nachbarschaftsgärten sind einurbanes Phänomen, das sich in den letztenJahren zunehmend entwickelt hat und auchaus europäisch- ethnologischer Perspek-tive sehr spannend ist. In einigen unsererVermittlungsprogramme spielen gesundeErnährung und Kräuter eine große Rolle.Wie wurden Kräuter in der Geschichteverwendet und welche wurden damals undheute angebaut? Wie funktioniert

der Anbau von Kräutern überhaupt? Wiekann man Kräuter konservieren und waskann aus ihnen alles hergestellt werden?

Damit wir unseren BesucherInnen- allenvoran Kindern und Jugendlichen- einenleicht zugänglichen Vermittlungsgartenbieten können, haben wir den seit demJahr 2012 bestehenden Kräutergartenerneuert und umgestaltet. Im Sinne derNachhaltigkeit verwendeten wir möglichstviele Materialien, die bereits im altenGarten in Verwendung gewesen waren.Upcycling wurde zu unserem Motto: AlteHolzhocker funktionierten wir zu Halterun-gen und Verkleidungen für Blumentöpfeum, aus einer Sitzbank mit Tisch bauten wireine Treppe, aus Vorratskisten Hochbeeteund aus Transportboxen sind Sitzgelegen-heiten mit Stauraum entstanden. PatrickWidhofner- Schmidt, der für die Technik imMuseum zuständig ist, legte eine Wasser-leitung in den neuen Garten, damit dieKinder die Pflanzen gießen können. Zudeminstallierte er eine Anlage, die automatischBeete und Hochbeete bewässert.

Heuer bauen wir hauptsächlich Kräu-ter und Gemüse an und planen in Zukunft

auch den Anbau von Getreide, um Wachs-tum und Ernte von möglichst vielfältigenPflanzen zeigen zu können. Die Beeteunterteilten wir in Stark-/ Mittel- undSchwachzehrer, um BesucherInnen dieUnterschiede in Bezug auf den Nährstoff-verbrauch im Jahresverlauf zu vermitteln.Die selbst gebauten Hochbeete bietenunterschiedliche Höhen, damit alle Besu-cherinnen die Möglichkeit haben, die Pflan-zen zu sehen, zu fühlen und zu schmecken.Weiters geplant ist die Schaffung einesIndoor- Arbeitsbereiches, um auch beiSchlechtwetter gärtnern zu können.

Im Zuge des Soja- Projekts am Volkskun-demuseum Wien( www.musojam.blog) istdie Idee entstanden, im Kräutergarten Soja-pflanzen und auch die Sojasorte Edamameanzubauen, die in den multisensorischenVermittlungsprogrammen zum Thema Sojaverkostet und genauer unter die Lupegenommen werden.

Katrin Prankl, Kulturvermittlung

und Patrick Widhofner- Schmidt, Technik

Katrin Prankl und Patrick Widhofner- Schmidt bei derArbeit im Kräutergarten. Foto: Magdalena Puchberger

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