Heft 
55 (2020) 4
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Ausstellungen

Die Dauerausstellung

Die neue Schausammlung" ist der Momentder institutionellen Ankunft, der Selbst-vergegenwärtigung des Museums, dasideelle Ziel musealer Sammlungen. ImVolkskundemuseum Wien kam man zuletztim Jänner 1994 an. Mit der Eröffnung derneuen Schausammlung ging eine mehr alszehn Jahre dauernde Phase von Bautätig-keiten, Erweiterungsideen und alternativenStandortüberlegungen zu Ende.

Präsentiert wurde eine deutliche Ent-koppelung der Objekte von erwartbarenKonzepten wie Regionalität, Technik oderChronologie. Diese Dekonstruktion volks-kundlichen Erzählkanons- gerade auch inder Ausstellungsarchitektur- rief zahlreichegegenläufige Reaktionen hervor.

Diesem Gestaltungsansatz kam einelange Haltbarkeit zu, wie sich aus heutigerSicht mehr als 25 Jahre später- zeigt.Die nach wie vor existierende Schausamm-lung eignet sich in ihrer abstrahierendenund reflektierenden Konzeption nach wievor als Diskursraum.

Vermittlungsangebote nutzen im Jahr2020 die Schausammlung, um Forschungs-aktivitäten transparent zu vermitteln:Die Küsten Österreichs, die Provenienz-forschung im Museum und das Soja- For-schungsprojekt stehen jeweils in engemBezug zur Schausammlung und zeigen ihrePotenziale und Grenzen auf.

Das Begleitbuch zur Schausammlung ist in denOnline Publikationen kostenlos downloadbar( www.volkskundemuseum.at/onlinepublikationen)oder über das Museum zu beziehen

( buchbestellung@volkskundemuseum.at)

55. Jahrgang

Die Küsten ÖsterreichsDie neue Schausammlungdes Volkskundemuseum Wien

Überarbeitete Dauerausstellungen sindin den ethnologischen Museen Europaszurzeit ein Muss. Im Museum in der Laudon-gasse hat eine Gruppe von externen Kura-torInnen alle im Asylverfahren- aber nichtnur ein Update der bestehenden Samm-lung gemacht, sondern auch einen neuenObjektbestand eingearbeitet. Als relevanteArtefakte der österreichischen Volkskundegelten neben Kleiderschränken aus TirolerBauernhäusern nun auch gepackte Reise-taschen, die bei der Mittelmeerüberfahrtzurückgelassen werden mussten. Die neuenObjekte legen Zeugnis dafür ab, wie Europaund Österreich zu Beginn des 21. Jahrhun-derts funktionieren.

Eine kaputte Schwimmweste als Museums-stück? Sammlungsobjekte der Volkskundesind zu einem großen Teil genuin wertlos",erklärt das kuratorische Team: Erst durchInterpretation und Kontextualisierungerhält das Objekt seinen sammlerischenWert. Vielleicht bringen ja gerade dieseSammlungsstücke- gefunden an denKüsten Europas- den Museen ihre ersehnteeuropäische Identität ein. Denn dort, woRegierungen und Grenzschutz die Schottendicht machen wollen, hat Europa so klareKonturen wie nirgendwo sonst.

Das Begleitbuch zur Ausstellung ist in denOnline Publikationen kostenlos downloadbar

( www.volkskundemuseum.at/onlinepublikationen)oder über das Museum zu beziehen

( buchbestellung@volkskundemuseum.at)

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