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Alte und neue Heimat : die Auswanderung der Burgenländer nach Amerika ; eine Ausstellung der Kulturabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung ; Katalog
Entstehung
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Persönlichkeiten im Österreich- Klub in Johannesburg auf-19

stiegen.

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Für diese Entwicklung dürfte nicht unerheblich der Weg-fall des Schmuggels an der Versorgungslinie Odenburg- Wiendurch die Änderung der Gebietszugehörigkeit ab 1921 gewesensein, auch wenn damit die Stadt Mattersburg bis 1924Mattersdorf durch ihren Viehmarkt eine bedeutendere Rolleim burgenländischen Wirtschaftsleben zu spielen begann.Wie aktuell hier das Problem der Auswanderung war, läßt bildlich.das Ensemble von Theaterstück" Der Amerika- Seppl" erahnen,was von den Mitgliedern des Katholischen Burschenvereins" Reichsbund" unter Leitung von Prälat Karl Köppl im Jahre1923 aufgeführt wurde? 0 Auch wenn heute noch immer dasPendlerdefizit des Bezirkes trotz Industrie ansiedlungenso hoch wie kaum anderswo in Mitteleuropa ist, setzte dieEnigration der Juden zu Ende der dreißiger Jahre den Schluß-punkt der Auswanderungsbewegung.21

J. EIN BEISPIEL VON VIELEN: DIE FAMILIE SPANITZ1898 wanderte Martin Spanitz aus Gerersdorf bei Güssing alseiner der ersten nach Coplay aus, wo er unter unvorstell-baren Bedingungen in den" Zementmühlen" arbeitete. Erheiratete dort eine junge Einwanderin aus seinem Heimat-ort. Drei Generationen lang zwischen zwei Kontinenten hin-und hergerissen, hielt die Familie Kontakt mit der altenHeimat, heute aber scheint es, als hätte sie sich ein fürallemal für Amerika entschieden, um nie wieder das schreck-liche Schicksal vom Zerreißen familiärer Bande erleidenzu müssen.22

84) Generationentafel der Auswandererfamilie Spanitz ausGerersdorf bei Güssing.

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