in Burgenland nachweisbar, u.a. die" Royal Mail Line"in Güssing, die" Argentinien, Kuba, Uruguay, Peru, Bra-silien und Chile" als Zielgebiete offerierte 8 Die in dieUSA Auswandernden landeten jedenfalls nach einer meistziemlich unbequemen Reise auf überfüllten Schiffen aufdem berüchtigten Ellis Island, der Einwanderungsstationin New York. Während die Massenabwanderung in der ursprüng-lich so übervölkerten alten Heimat ganze Landstriche ent-siedelte und vor allem die zweite Welle der Industrieab-wanderung, der hauptsächlich Männer in jüngeren Jahrenfolgten, ganze Dörfer mit alleinstehenden Frauen undalten Männern zurückließ, wurde der Dollar zur geheimenLandeswährung der Zurückgebliebenen? die nun darangehenkonnten, mit den postalisch erhaltenen Geld ihre Häuserund ihre Geräte zu erneuern und sich das Leben ebenfallsein wenig zu erleichtern.
Doch schlagartig ließ ein im Jahre 1924 in den USA erlas-senes Gesetz, in den eine bestimmte Höchstquote für Ein-wanderer einzelner Länder festgelegt war, die Auswanderer-zahl aus dem Burgenland auf etwa 500 sinken. Nachdem derWeg nach den Verenigten Staaten damit verschlossen schien,wendeten sich die Auswanderungswilligen in verstärktemMaße Kanada und Argentinien zu. Die Gegend un Edmontonin Kanada bildete den Hauptanziehungspunkt für burgen-ländische Immigranten, die hier pro Mann über 18 Jahren160 acres freies Land zugewiesen erhielten 10Es handeltesich also wieder um eine stark agrarisch bestimmte Phaseder Enigration. Doch auch hier ließen die Einwanderungs-beschränkungen des Jahres 1929 die Welle der Kanadawan-derung jän enden. In Brasilien waren die Burgenländernicht sonderlich erfolgreich, die Anzahl der Gescheiter-ten war ziemlich hoch. Noch dazu verfügte auch die bra-silianische Regierung einen Einwandererstop im Jahre 1950.
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