vor 1890 auf insgesant nicht mehr als 18.000). Im Jahr1914 verließen nur 170 Burgenländer die Heimat, illegaleAuswanderer und sonstige nicht erfaßte Abwanderer werdenauf etwa 5.000 geschätzt, so daß die Zahl der bis 1914nach Amerika Gegangenen insgesamt 26.000 Menschen er-gibt, will man der ungarischen Statistik folgen. InWahrheit dürften die Zahlen beträchtlich höher liegenund etwa 50.000 betragen.5
Allerdings führte die 1907 in den USA ausbrechende Re-zession zu einer ersten massiven Rückwanderung, etwa5.000 Burgenländer kehrten wieder in die Heimat zurück.Denn die Industrialisierung des Wiener Beckens bildeteeine starke Anziehungskraft und lockte viele Burgen-länder aus dem nördlichen Landesteil an.6
Der Erste Weltkrieg bedeutete aber dann das Ende für diesogenannte Vorkriegsemigration, deren ausschließlichesZielgebiet die Vereinigten Staaten dargestellt hatten.Jahrelange Trennung durch das verheerende Völkerringenbedeutete es für die Ausgewanderten, ehe sie wieder zuihren Familien nach Hause zurückkehren konnten. Aberdie elenden Wirtschaftsbedingungen der Nachkriegszeitim Burgenland brachten bald wieder eine neue, nun gerade-zu richtige Flutwelle der Emigration mit sich, die ihrenHöhepunkt 1923 fand, als sich über 6.600 Burgenländerzur Auswanderung entschlossen, was 72 Prozent der fürganz Österreich gemeldeten Zahl bedeutete. Es spiegeltsich darin neben den tristen Verhältnissen des neuenBundeslandes auch die pessimistische Einschätzung, dieman damals der jungen Republik entgegenbrachte.
Die Auswanderung nahm meist den Weg über Bremerhaven oderRotterdam, aber auch Hamburg und Triest galten als Aus-gangspunkte. Dazu sind zahlreiche Schiffahrtsagenturen
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