gegeben. Donnerskirchen war immer eine reiche Weinbauge-meinde. In Breitenbrunn und Rust, in denen ähnliche wirtschaftli-che Verhältnisse herrschten, und wahrscheinlich in den meistenreichen Weinbaugemeinden rund um den Neusiedlersee warenfrüher ebenfalls Goldhauben zu finden. In der Renaissancezeiterscheinen sie häufig in den Inventaren. Später, als infolge derKuruzenkriege eine Verarmung eintrat, verschwanden die reichenHauben wieder aus den Verzeichnissen.
Aber auch einfache Bodenhauben waren im Burgenland verbrei-tet. In Pöttelsdorf haben sich fünf Exemplare in einem Hauserhalten( vgl. Kat. Nr. 59, 60, Leihgabe Steiger). Zwei davonhaben einen flachen Bodenteil, einer davon ist zur Gänze mitGoldstickerei besetzt, und einen schmalen Kopfteil, welcher anden Wangen stark abgeschrägt ist. Die Maschen, welche es sichereinmal dazu gegeben hat, fehlen bereits. Die drei anderen Häub-chen haben einen völlig anderen Schnitt. Sie sind aus Seidenbro-kat gefertigt und bestehen aus drei Teilen, zwei kleinen, gleichgroßen Wangenteilen, und einem über den Scheitel reichendenMittelteil. Die Nahtstellen sind mit einer Goldspitze besetzt, umStirn und Seitenteile geht ein Seidenband als Besatz und Einfas-sung.
Wie überall im Lande sind auch hier die Hauben heute so gut wieverschwunden. Allerdings gibt es nun in beschränktem Kreisetwas wie eine zweite Renaissance im Zuge der Folklorismusbe-wegung. Schon in der Zwischenkriegszeit gab es im Burgenlandeine große Trachtenerneuerungswelle. Seit den letzten Jahrengibt es eine neuerliche Bewegung in dieser Richtung.
Trachtengruppen entstehen in vielen Orten, meist im Zusammen-hang mit einer Volkstanzgruppe oder Musikkapelle. Als Beispiel,stellvertretend auch für andere, sei die Volkstanzgruppe Weidenam See angeführt. Die Tanzgruppe existiert seit 1977, ein Jahrspäter schaffte man sich gemeinsame erneuerte Trachten an.Dazu gehört auch ein Häubchen, welches die Tänzerinnen pas-send zum jeweiligen Kleid unter der Anleitung einer Lehrerin nachalten Vorbildern selbst anfertigten( vgl. Kat. Nr. 65, LeihgabeHaider). In den fünfziger Jahren gab es im Ort bereits eine Tanz-gruppe, welche ebenfalls Hauben trug. Heute tanzen die Mädchenwieder ohne Hauben, weil sie sie unpraktisch finden und weil sie
42