Hauben und Hüte in historischer Entwicklung
Die ursprüngliche Aufgabe der Kopfbedeckungen war es wohl,ihre Träger vor Witterungseinflüssen zu schützen. Bildliche Dar-stellungen bei Ägyptern, Griechen und Römern geben jedochZeugnis davon, daß spätestens zu diesen Zeiten die Haupthüllenauch bereits Schmuckfunktionen erfüllten. Von den Griechen istder Petasos bekannt, ein breitkrempiger Filzhut mit kleinem Gupf,welcher wohl als Sonnenschutz diente und von den Reisendengetragen wurde. Der Götterbote Hermes wurde oft mit einemderartigen Hut dargestellt. Eine weitere griechische Hutform warder Pilos, ein kegelförmiger Hut mit schmaler Krempe, welchervon Handwerkern und Schiffern benützt wurde. Die Frauen durch-flochten ihr Haar mit Bändern, trugen Kopfreifen, aber auch Hüteund Haupttücher. Die Römer übernahmen teilweise die griechi-schen Kleidersitten, Formen und Bezeichnungen der Kopfbedek-kungen waren dieselben. Bei den Germanen finden wir Rundmüt-zen aus Fell, aber auch kegelförmige Mützen und Hüte aus Lodenund grober Wolle. In das 10. Jahrhundert fallen die ersten Nach-richten über Strohhüte. Die Filzhüte wurden im 12. und 13. Jahr-hundert bei den höheren Ständen bereits kostbar verziert und mitPelzwerk verbrämt.
Zur selben Zeit entwickelte sich eine kapuzenartige Kopfbedek-kung, die Gugel, welche von Frauen und Männern gleichermaßengetragen wurde. Die Gugel bedeckte Kopf und Schulter, war einzweckmäßiges Gewand für Leute, welche im Freien arbeiten muẞ-ten, sie fand aber auch bei den höheren Ständen Eingang. DieGugel( von lat. cuculus) ist bis in heutige Tage verbreitet alsBezeichnung für ein großes, warmes Kopftuch, welches Hauptund Schultern bedeckt. Die Frauen des Mittelalters trugen kunst-voll gebundene Tücher, welche unter den Bezeichnungen Gebän-de und Risen überliefert sind. Mittels einer Kinnbinde und dendarüber liegenden Tüchern wurde das Haar zur Gänze verhüllt,wie es den verheirateten Frauen der Zeit geziemte. Die jungen
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