hatten meist handgeknüpfte Fransen. In den verschiedenen Re-gionen des Burgenlandes gab es viele Varianten der Kopftuchbin-dungen. Besonders bei den Kroaten gab es komplizierte Bin-dungsarten mit vielen Drehungen und Knoten. Im allgemeinenkann man sagen, daß die im Nacken gebundenen Tücher einerälteren Schicht angehörten. Im Laufe des vorigen Jahrhundertsnahmen jedoch die Kinnbindungen zu. Als es nicht mehr alsunschicklich empfunden wurde, ohne Kopfbedeckung zu gehen,verschwanden die Kopftücher allmählich bei den jüngeren Frau-en. Fährt man heute durch die Dörfer des Burgenlandes, wird manallerdings kaum einer alten Frau begegnen, die nicht das dunkle,meist schwarze unter dem Kinn gebundene Kopftüchl trägt. Bisnach der Jahrhundertwende war es jedoch üblich, nicht nur imBurgenland, auch in Niederösterreich, unter dem Kopftuch eineHaube zu tragen( vgl. Kat. Nr. 57, ÖMV 66.644). Bei diesenUnterhauben handelte es sich entweder um genähte Häubchenaus Baumwolle, oder sie waren aus Baumwollgarn gehäkelt. Siewaren immer weiß und um das Gesicht meist mit Spitzen verse-hen. Auf der einen Seite wurde das Kopftuch meist tief in die Stirngezogen, auf der anderen Seite sollte jedoch auch die weißeSpitze hervorblitzen. In St. Andrä im Seewinkel haben sich dreiHäubchen erhalten( vgl. Kat. Nr. 55, 56, Leihgabe Michlits).Was im allgemeinen nicht so bekannt ist, ist die Tatsache, daß esim Burgenland auch die viel spektakuläreren Goldhauben gege-ben hat. In Donnerskirchen wird eine Goldhaube vom Typus der,, reichen Hauben" wie sie in der Gegend um Wien vorkommen,aus altem Familienbesitz aufbewahrt( vgl. Kat. Nr. 58, LeihgabeDr. Maar). Als letzte Trägerin der Haube wird die Ururgroßmutterder jetzigen Besitzerin angegeben, welche um 1820 geboren undum 1910 gestorben ist. Von dieser Ururgroßmutter existiert auchein Gemälde, auf welchem sie aber erstaunlicherweise mit einemeinfachen, schwarzen Kopftuch, mit einem Knoten unter demKinn gebunden, abgebildet ist. Das läßt darauf schließen, daß siedie Haube auch bereits ererbt und nicht mehr wirklich getragenhat, denn sonst hätte sie sich wohl mit der viel prächtigerenreichen Haube abbilden lassen. Die besagte Goldhaube stammtaus einem der wohlhabendsten Weinhauerhäuser von Donners-kirchen. Laut Aussage der Besitzerin hat es in Donnerskirchenfrüher in den meisten bürgerlichen Häusern ähnliche Goldhauben
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