Alpenraum kennt man Melkermützen, meist kleine, anliegendeKappen aus Filz, Leder oder Stroh. Wirtsleute und Fleischererkannte man ebenfalls an ihren enganliegenden Mützen. In ge-wissem Sinn gehören auch die sogenannten Hausherrenkappen,runde Scheitelkappen, manchmal aus Samt, welche in Wien biszum 1. Weltkrieg zu finden waren, dazu. Ähnliche Kappen warenauch bei den Weinhauern im umliegenden Niederösterreich ge-bräuchlich. Koch und Rauchfangkehrer haben ihre bestimmtenMützen, die Wiener Fiaker treten mit einer Melone auf, Relikte vonDienstlivrees kann man noch bei Hotelpagen und Chauffeurenfinden. Die Arbeiterschaft, soweit sie nicht Schutzhelme trägt,wird charakterisiert durch eine Schirmmütze, schlicht Kappl ge-nannt. Eine spezielle Gruppe bilden die Uniformhüte, die Drei-und Zweispitze der Franzosen, die Tschakos der österreichisch-ungarischen Armee, die deutschen Pickelhauben und schließlichdie Stahlheime, welche heute Soldatenköpfe in aller Weltschützen sollen. Zu erwähnen sind noch Kopfbedeckungen, wel-che bei sportlicher Betätigung entweder Schutz bieten sollenoder ebenfalls zum reinen Zeichen geworden sind. Man denkedabei an Schimützen, Rennfahrerhelme, Golfermützen und Rei-terkappen.
Aufgrund der kleinregional viel stärker voneinander abgesetztenBekleidungsgewohnheiten früherer Zeiten war die getrageneTracht noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein deutlichesSignum für die regionale Herkunft ihres Trägers. Gerade dieKopfbedeckungen waren dazu angetan, Zugehörigkeiten zu einerbestimmten Landschaft zu dokumentieren. Aber auch altersmäßi-ge Differenzierungen ließen sich anhand von Hauben und Hütentreffen, vor allem verheiratet und unverheiratet unterschied sichdeutlich am Kopfputz. Zwei Literaturbeispiele mögen diese ver-schiedenen Funktionen der Kopfbedeckungen erläutern, undselbst wenn sie französischen beziehungsweise deutschen Ur-sprungs sind, lassen sich die darin enthaltenen Aussagen für ihreZeit wohl generalisieren. George Sand berichtet in ihrer Erzäh-lung„ Der Teufelsteich"( 1846) über eine Hochzeit in Zentralfrank-reich:
..... Petit- Pierre trug einen ganzen Anzug aus kornblumenblauem Tuchund eine rote Weste, die so schmuck und so kurz war, daß sie ihm kaumdie Brust bedeckte. Der Dorfschneider hatte ihm die Ärmel so knapp
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