ausgegangen sind. Heute orientiert man sich vielfach an Schau-spielern und Filmstars. Alexander Girardi, der große WienerVolksschauspieler( 1850-1918) machte einen flachen Strohzylin-der, den nach ihm benannten Girardihut, berühmt. Der Borsalinoging in dem gleichnamigen Film mit Alain Delon und Jean PaulBelmondo um die ganze Welt und löste eine gewaltige Hutmode-welle aus. Das Schmuckbedürfnis auch als Folge von Geltungsbe-dürfnis bewirkte eine Reihe skurrilster Hutmoden, die ihren Höhe-punkt jeweils in der Luxuration einer bestimmten Form fand.Einmal wuchsen die Haubenenden zu gigantischen Spitzen aus,dann gab es wieder Hauben mit zwei oder mehreren Hörnern,deren Höhe und Breite das Passieren von Türen schwierig mach-te. Im Raume nördlich von Wien entwickelten sich sogenannteStoßhauben mit einem weit nach hinten ragenden Spitzenschirm,deren vollendetste Ausprägung die Iglauer Frauenhaube wurde.Bei den alemannischen Radhauben vergrößerte sich der Boden-teil zu einem radartigen Gebilde. Die Modehüte des 19. Jahrhun-derts kamen dem Schmuckbedürfnis in Form von ungeahntenGarnierungen in Gestalt von Tüllbäuschen, Federbuschen, künst-lichen Blumen und ähnlichem nach. Als volkstümliche Entspre-chung dazu könnte man die zu Beginn des 19. Jahrhunderts inMode gekommenen Kärntner Bänderhüte sehen, deren Band-schmuck, durch Drahtschleifen hoch aufgetürmt, den gesamtenHutgupf bedeckt. Bänderschmuck ist auch bei Tiroler und Salz-burger Frauenhüten ein ganz prägender Bestandteil. Die Bänderkönnen zu Schleifen und Maschen gebunden sein und hängendann weit auf den Rücken herunter, oft bis zum Rocksaum. Stattder Bänder liegen oft grüne, schwarze oder rote Seidenschnüreum den Gupf. An der Farbe der Schnüre, ob rot oder grün-besonders bei den reich bedeckten Burggräfler Hüten-, konnteder Kundige ablesen, ob es sich um einen ledigen oder verheirate-ten Burschen handelte. Bei Strohhüten sind es meist gedrehteoder geflochtene Strohbänder; bei Sonn- und Festtagshüten tre-ten an Stelle der Seidenkordeln häufig solche aus Gold- oderSilbermaterial mit ebensolchen Quasten an den Enden. DieSchnüre können zu Schlingen und Schnecken gedreht sein undauf diese Weise ein zusätzliches Schmuckelement darstellen.Männerhüte, die aus dem slawischen Raum stammen, sind hinund wieder mit bunten Perlenschnüren oder-rosetten ge-
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