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Unter der Bedeckung eines Hutes : Hauben und Hüte in der Volkstracht ; Katalog
Entstehung
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Aus besonders seltsam anmutendem Material sind zwei in derAusstellung gezeigte Mützen, nämlich aus Baumschwämmen. Essind zwei runde Hauskäppchen; daneben besitzt das Österreichi-sche Museum für Volkskunde auch richtige Hüte aus Zunder-schwamm. Der braune Buchen- und der weiße Birkenschwammeignet sich für derartige Zunderhauben.' Der Buchenschwammwird in nassem Zustand über einem Model geformt. Gerambberichtet über eigene Zundelmacher in Bayern, welche im Haupt-oder Nebenerwerb solche Schwammhauben herstellten. In Öster-reich sind die Schwammhauben aus dem Ausseerland bekannt.Darüber hinaus gab es sie aber auch in Bayern, Böhmen, Schle-sien und Siebenbürgen.

Die Herstellung der Hauben war seit jeher mehr eine Frauensa-che. Reisnerinnen hießen die Verfertigerinnen der mittelalterli-chen Gebände. Haubnerinnen und Pfadlerinnen hatten zu Anfangdes 17. Jahrhunderts das Recht, selbstverfertigte Hauben undBänder zu verkaufen. Als Vorläufer des heutigen Modistengewer-bes gelten die Flöckh- und Visier- Schneider, welche Frauen- undKinderhauben aus allerhand Zeug machten und im 17. Jahr-hundert eine eigene Bruderschaft bildeten. Neben der gewerbli-chen Herstellung von Hauben gab es aber immer auch die Ferti-gung in Heimarbeit und Nebenerwerb. Gimpenhauben, Goldhau-ben, Schwazer Fozzlkappen wurden von Frauen hergestellt, diedazuverdienen mußten. Mit dem Niedergang der Haubenmodesind auch ihre Erzeugerinnen verschwunden, sodaß man heute,im Zuge der durch die Folklorismusbewegung hervorgerufenenHaubenrenaissance gezwungen ist, zur Selbsthilfe zu greifen.Heimat- und Volksbildungswerke organisieren Haubenstickkurse,in denen man unter Anleitung seine eigene Goldhaube zu verferti-gen lernt.

Das Material für die Haubenherstellung war vielfältig und variiertevon billigem bis zu teurem Zeug. Eine Haube mußte bis ins19. Jahrhundert jede Frau besitzen, also reichte die Palette jenach Stand und Vermögenslage von einfachen bis zu kostbarenStücken. Aus Wolle und Garn wurden die Hauben gestickt, gehä-kelt, genetzt. Als Beispiele sind anzuführen: Säuglingshäubchen,Unterhauben und die schweren Tiroler und Vorarlberger Fozzl-hauben, wahre Türme oder Berge aus verstrickter, grober Wolle.Bodenhauben konnten aus einfachem Leinen gemacht sein, aber

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