E. Eisformen
Der Eisnachtisch gehörte bei den Oberschichten seit dem 18. Jahrhun-dert zum festen Bestandteil der aufwendigen Repräsentationsessen,ab etwa 1800 war das Gefrorene auch in gutbürgerlichen Haushaltensehr geschätzt, in die Kreise der Arbeiter, Handwerker und Bauern kames aber erst um 1900.
So war denn auch den Köchinnen der bürgerlichen Haushalte dieHerstellung von Eis vertraut, aber es war der Konditor, der mit Modelnund entsprechenden Spezialkenntnissen das Gefrorene in größerenMengen seinen Kundschaften anbot. Zunächst stellte der Konditor dieentsprechend gefärbte Eiskremmasse mit der Eisbüchse her und fülltesodann die Masse in Zinnformen ab. Die doppelseitigen mit Scharnie-ren zusammengehaltenen Modeln wurden nach dem Zusammenfügennoch mit Wachs oder Talg abgedichtet, damit kein Salzwasser eindrin-gen konnte; denn die mit Papier umhüllten Model wurden in zerstoẞe-nes und gesalzenes rohes Eis gelegt. Nach etwa einer Stunde wurdendie Model in lauwarmes Wasser getaucht und danach geöffnet. DieFormen gab es in zahlreichen Varianten, angefangen von Figuren überTiere, Blumen und Früchte bis hin zu Osterlämmern u.ä. brauchgebun-den Formen.
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Den Konditoren erwuchs wie den Zinngießern- Konkurrenz: Dieambulanten„ Gefrorenen- Männer" in Wien kamen im Frühjahr ausItalien oder Welsch- Tirol, wohnten 14 Tage oder länger in einem Bezirkder Stadt und hausierten den Störern ähnlich mit Gefrorenemminderer Qualität.
107 Eisform: liegendes Lamm
Vermutlich Österreich, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
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Großer zweiteiliger Eismodel, durch zwei Scharniere verbunden. Jeder
Teil mit einem bügelartigen Griff.
h 13,5 cm 21 cm b= 9,5 cm
Gewicht= 1,10 kg
Inv.-Nr. 46.620
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Eisform: Wickelkind
Vermutlich Österreich, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Zweiteiliger Eismodel, durch ein Scharnier verbunden.
|= 20,5 cm b= 8,7 cm
=
Gewicht 0,75 kg
Inv.-Nr. 46.619
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