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Zinn : Gerät in Alltag und Brauch ; aus der Metallsammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde ; Katalog
Entstehung
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D. Alltagsgeschirr

Im Übergang vom 15. zum 16. Jahrhundert setzte sich schließlich auchin bürgerlichen Haushalten Geschirr aus Zinn für den täglichen Ge-brauch mehr und mehr durch. Während man in adeligen Kreisen teuresSilber als Tafelgerät als Kennzeichen des privilegierten Standes bevor-zugte, begnügte man sich im bürgerlichen, später auch im bäuerlichenHaushalt mit dem ,, Silber des einfachen Mannes", dem mattglänzendenZinngeschirr. Holzgeschirr und-besteck blieb dennoch für lange Zeit inVerwendung, speziell beim Bauernstand.

In großbäuerlichen Haushalten, ebenso wie in wohlhabenden Bürger-kreisen, gehörte Zinngerät zur Grundausstattung und wurde von Ge-neration zu Generation über die Jahrhunderte als Mitgift den jungver-mählten Brautleuten mitgegeben.

Im 18. Jahrhundert verdrängten leichter zu reinigende und farbenfroheMaterialien wie Porzellan und Steingut das Zinn. Zinngerät bekamimmer mehr den Charakter von Repräsentationsobjekten, ähnlich demSilber der Adeligen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahr-hundert kommen Gerätschaften aus Blech und Email in Gebrauch. Dieneuen Materialien sowie die Umstellung der Produktionsweisen imbeginnenden Industriezeitalter ließen Zinngerät mehr und mehr aus derMode kommen, wodurch dem traditionellen Handwerk der Zinngieẞerdie Absatzmöglichkeiten stark genommen wurden.

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Teller

Halb eingeschlagene Marke: PROB"( ZINN), einköpfiger Adler und, AS".

Leicht eingetiefter Spiegel und verstärkter Rand mit eingedrehter Rille.

d= 22 cm

Tiefer Teller

17. Jahrhundert

Inv.-Nr. 46.570

4 cm breite Fahne mit gravierten Initialen ,, H.C.L.P."

d= 19,7 cm

Inv.-Nr. 46.428

Lorenz Bartolini, tätig in Velbach(= Feldbach), Steiermark, 1788.Konturierter und profilierter Rand, Fahne mit Besitzerinitialen, M. P." in

Blattkranz.

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Teller

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d= 21 cm

Inv.-Nr. 46.465