Vorwort
In schon zur Tradition gewordener Regelmäßigkeit stellt auch1993/1994 das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien imSchloßmuseum Gobelsburg Objekte aus der Metallsammlung aus.Dieses Mal heißt das Thema, Zinn: Gerät in Alltag und Brauch". An die180 Objekte wurden als thematisch bzw. volkskundlich anschaulich undbezeichnend ausgewählt und werden in der bisher üblichen Weise demBesucher dargeboten. Der weitaus größte Teil dieser Auswahl- Samm-lung stammt aus der ,, Patriotischen Kriegsmetallsammlung", die It.Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen( Militär- Liquidie-rungsamt), Abt. 3, Nr. 471 v. 23. vom 26. Februar 1923 in„, 5 einheitlicheHauptgruppen eingeteilt:
a) technische( Techn. Museum)
b) kunsthistorische( Österr. Museum)
c) militärische( Österr. Heeresmuseum)
d) numismatische( Bundesmedaillensammlung)
e) volkskundliche( Museum für öst. Volkskunde)"
auch an das Österreichische Museum für Volkskunde„ vorläufig zurVerfügung des Bundesministeriums für Finanzen( Mil. Liquid. Amt)"gelangte( endgültige Übereignung am 10. April 1929). Zuvor, 1915,veranstaltete das„ K. u. K. Kriegsministerium, Abteilung 7" eine„ Aus-stellung der Patriotischen Kriegsmetallsammlung im Festsaal des Mili-tärkasinos I, Schwarzenbergplatz Nr. 1". Hiezu vermerkt der Ausstel-lungskatalog in seinem Vorwort:„ Ein gemeinsames(!) Werk desKriegsministeriums(!) und der gesamten Bevölkerung ist die Patrioti-sche Kriegsmetallsammlung zugleich eine der eigenartigsten und er-folgreichsten Unternehmungen gewesen, die im Laufe dieses Kriegeshinter der Front der Armeen, doch im innigsten Zusammenhang mit denKriegszwecken durchgeführt wurden. Originell war die Idee: denn wasauf diesem Gebiete vorher in Deutschland versucht worden, war aufprivate Vereinstätigkeit gegründet und dadurch schon im Wesen vondem, was bei uns beabsichtigt und zielbewußt ausgeführt worden ist,durchaus verschieden. Bei uns hat sich die bürgerliche(!) Gesellschaftmit den Behörden zusammengetan, um durch die Sammlung allerhalbwegs entbehrlichen Metallgebrauchsgegenstände aus dem Privat-besitze ein doppeltes Ziel zu erreichen. Erstens sollten der Kriegsver-waltung die für die Herstellung von Kriegsgeräten erforderlichen Metal-le zugeführt und der Plan unserer Feinde, uns hinsichtlich diesesunumgänglichen Bedarfes durch Abschneidung der Zufuhren aus dem
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