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Zinn : Gerät in Alltag und Brauch ; aus der Metallsammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde ; Katalog
Entstehung
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11. Jänner 1617 eine Ordnung für das Zinngieẞerhandwerk in Öster-reich unter der Enns, die erst in einer späteren Abschrift publiziertwurde. In dieser Verordnung wurde die Hauptlade und die Zechstatt,also der Ort der Zusammenkünfte der in dieser Zunft vereinigtenZinngießer mit Wien festgelegt. Überhaupt enthielt dieses Gesetzes-werk eine Reihe von Vorschriften, wie etwa die Entrichtung eines,, Mitgliedsbeitrages", Strafandrohung bei Nichtbesuch der Zusammen-künfte, Bestimmungen über die Lehrzeit und Wanderschaft, die Qualitätdes Zinns( 9 bzw. 10: 1), ein Verbot für das Hausieren in den Dörfernund den Verkauf von Zinngerät auf Jahr- und Wochenmärkten undanderes mehr. War diese Verordnung zwar für Wien und Niederöster-reich gedacht, so konnte es aber auch anderweitige Verordnungengeben, wie z.B. jene der Stadt Krems, wonach der Magistrat der Stadt1629 eine gemeinsame Verordnung für die Zinngießer, Büchsenma-cher, Messerschmiede und andere Metallhandwerker erließ.Der Höhepunkt des Zunftwesens liegt aber im 15. und 16. Jahrhundert.Aufgabe der Zunft war es wie schon erwähnt-, die Güte des Metallszu überwachen; auch gab sie Markenvorschriften heraus, die vielfachbestätigt oder geändert wurden. Preise, Löhne und Arbeitsstundenwurden kontrolliert und das Lehrlingswesen organisiert. Der Einflußbe-reich so mancher Zunft erstreckte sich sogar bis in den privaten Bereichihrer Mitglieder. Berühmt wurden die Festgelage der Zunftmitglieder,bei denen die Teilnehmer ihre eigenen Humpen hatten, die aus großenSchenkkannen gefüllt wurden. Man trank einander zu und der, Will-komm", ein zeremonielles Trinkgefäß, wurde zur Begrüßung herumge-reicht. So manch ein Trinkgefäß war nach dem Handwerksemblem desjeweiligen Zunftmitgliedes geformt: ein Schuh für den Schuhmacher,ein Ochsenkopf für den Fleischhauer usw. Auch gab es Zunftschilderals Aushängeschilder für die Zunftherbergen oder als Stammtischzei-chen im Ortswirtshaus, die den Wandergesellen sofort zu seiner Zunftführten. All das unterlag im Laufe des 18. Jahrhunderts einem Wandel.Der Einfluß der Zünfte ging mehr und mehr zurück- das Industriezeit-alter forderte auch hier seine Opfer.

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